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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
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stine stelle wurde der Cardinal von Polignac als ausserordentli-chcr Gesandter nach Rom gesendet, jedoch weil er nicht eifergenug bezeigte, den Cardinals-Hut für den alten Bischoff vonFreius ausziiwürcken, stund es darauf, daß er rappeiliret, unddurch den Marquis von Brancas abgelöset werden sollte, wor-auf ihm denn endlich der Cardinals-H»l zugeschickt wurde. Kurtzhernach hob der König das amt eines ersten Ministers auf. undließ den Cardinal die dazu gehörige functtonen verrichten. Die.ser fand hierbey, in ansehung der umstände, worinn Franck-reich war, ein weiteres selb vor sich als alle seine Vorgänger ge-habt hatten. Die schulden der nation, die bey dem absterben Lud.wigs XIV. wegen dessen geführter kriege auf 647. Millionen li-vres angewachsen waren, wollten abgestoßen seyn, woran zwarder Hcrtzog-Regent von Orleans durch den bekannten Mtßißiv-pischen aclien-handel schon arbeiten lassen; das commercium,daü durch die langwierigen kriege sehr verfallen war, wiederempor zu bringen; die manufacturen waren mit Vertreibungder Hugenotten guten theils aus dem lande gebracht. Bey die-sen umständen sahe der Cardinal zuvorderst darauf, die ruhedes Reichs von innen und aussen zu bevestigen , wodurch denvorher crwehnleu mängeln nach und nach adgeholffen, und dasKönigreich in seinen blühenden zustand wieder gesetzel ward.Kurtz nach des Königs salbunq zu Rheims war eine dreyfacheHeurath zwischen Franckreich und Spanien geschlossen worden,wornach der König sich mit einer Infantin von Spanien ver-mählen sollte. Allein solche Heurath gleng nunmehr aus theilsbekannten Ursachen wieder zurück, und der König vermähltesich, zuvorderst aus einralhen des Cardinais, mit der Printzeßintochtcr des Königs Stantülai. Hierauf hatte Franckreich biszu der im iayr 17;;. erfolgten vacantz des Königlichen throns inPolen frieden und ruhe, da bekannter Massen der krieg aus-brach, bey dessen endigung Lothringen von seinem vorigen be.sitzer abkam, und der Cron Franckreich versichert ward; welcheacquisition für eines der haupt-wercke des Cardinals unter sei»nem Miniiterio mit angesehen worden. Der Sicgel-Bewah-rcr, Herr Chauveltn, welcher von dem Cardinal zum ge.hülsten angenommen , aber bey ermeldtem kriege mit ihmNicht über alle stücke einig war, fiel in Ungnade, und wardnach Bourgeü relegirt, worauf der Cardinal sich den HerrnAmelot zu seinem gehülffen erkiesete. Im jähr 1758. hub erden Königlichen grossen Rath auf. Hernach brachte er dasfriebens-werck mit dem Kayfer vollends zu stände, erneuertenur Schweden das alte bündnis , fetzte den Hof mit Rußland in ein besseres vernehmen , und suchte sowol die Pcälcndenleuaufd«eIüIich-und Bergischeerdschastt aus einander zusetzen,als auch die Türcken zum frieden mit dem Kayfer, die Corsicaneraber zum gehorsam gegen die Genueser zu bewegen. In anse-hung der letztem bediente man sich der Waffen. Es wurde an-fänglich der Graf von Botßlcur, nachgchends der Marquis vonMaillebois dahin geschickt, welcher bis an. 174'. daselbst ge-blieben. Udngens hakte der Cardinal die Hand in allen Euro.päischen Händeln; wie er denn auch sich zu einer friedens-vcr»Mittelung, obwol vergeblich, zwischen Groß-Britannien undSpanten erboten. Indessen starb an. -740. Kayfer Carl VI.worüber gantz Europa in bewegung gerieth. Der Cardinalbrachte ein bündnis mit dem Churfürsten von Bayern zu stän-de , krafft dessen man demselben nicht nur zur Kayserlichenwürde verhelsten, sondern ihn auch mit ansehnlichen hülfs-völ.ckern , uin seine ansprüche auf die Oesterreichischen lande aus-zuführen , unterstützen wollte. In dieser absicht wurde derMarfchall von Bell'Isle a». 1741. mit einer armee, und derMarschall von Maillebois mit einer andern in Teutschland ge.schickt. Mittlcriveile wurden auch einige Chursürstliche, wienicht weniger der Königlich - Preußische und NeapolitanischeHof in das bündnis gezogen. Die Verrichtungen der Franzo.sen in Teutschland waren anfänglich so glücklich, daß gantzOber-Oesterreich und der meiste theil von Böhmen von ihneneingenommen wurden; jedoch änderte sich bald daraufdas blat,indem die Königlich-Ungarische völcker überall den meister spiel-ten , und insonderheit nachdem Preussen und Sachsen von ab-gedachtem bündnisse abgetreten waren. Der tapfere Printz Carlvon Lothringen verfolgte die Franzosen aller orten, und mu-tzen sich solche samt den Marschallen von Bell'Isle und Broalioin Prag belagern lassen. Maillebois eilte zwar mit einer armeezum entfiitze herbey; allein vergebens, und muste anfänglichBroglio, und nachgchends Bell'Isle selbst sich mit vielem ver-tust und schaden aus Prag heraus ziehen. Hierauf wurdennach und nach die Französischen völcker qenöthiget Teutschlandzu verlassen; dem Cardinal aber ward alle schuld beygemessen.Aus diesem anlas fieng desselben ansehen an abzunehmen. Ob-wol der König seine Hochachtung gegen ihm nicht verminderte,so erklärte er doch den Cardinal von Tencin und den Herrn vonArgenson zu SkaalS-Ministern, welche also an den geschäff-ten ihren antheil bekamen. Der krieg wurde zwar fortgesetzet,dabey aber imer an einem anständigen frieden gearbeitet. Fleu-ri erlebte denselben zwar nicht mehr; jedoch ward er im an-sang des 174z. jahrö annoch zum Cantzler bey der Königinerkläret. Er fiel aber den 6 . jan. in eine kranckhett, an welcherer den 29. gedachten monats »n dem 88. jähre seines altersden geist aufgegeben. Er war übrigens ein Herr von fürlref-lichen eigenschafften, und stunde in dem rühm eines redlichen,gerechten , friedliebenden und frommen mannes. So wirdihm auch ferner nachgerühmet, daß er keineswegs eigennützigHtstor. Lexison VI. Theil.

gewesen. Genealog, htstor. Nachr. theil XLV. u. f. NeueFama, theil XCIli.

t Hroinmann. (Johann Andreas) Unter seinen hinterblie«bene,» kindern war ein söhn, nahmens Johann Ulrich, wel-cher an. iSüy. den 28. »ov. zu Tübingen gebohren, und nach-dem er seine studten theils in seiner geburls-stadt, theils ausser-halb, vornemlich zu Leipzig zu ende gebracht, und eine reisedurch Ober-und Nieder - Temschland gethan, nach seiner an.1695. geschehenen zurückkunfl , anfangs an. 1695. Diaconus zuBödlingen, darauf noch in seidigem jähre Diaconus zu Tübin­ gen , und dann an. 1711. Professor Theologie extraordinarius,des Fürstlichen Stipendii Superintendent und Abend-Predigerzu Tübingen worden, und daselbst an. 171;. den 21. nov. aneinem schlage, der ihn fünf lag vorher aus der cantze! gerührct,mir rode abgegangen. Er hinterließ auch noch einen andern undjünqern söhn, gleiches nahmens mit dem vatter, welcher an,sanglich ebenfalls wie der vatter Dodtoruind Professor JurisOrdinarius zu Tübingen , hernach Fürstlich-Würtembergtschergeheimer Rath zu Stutlgard gewesen, und den ;. je», an. ,7*0.gestorben. Vorgemeldter Theologus hat sich vornemlich be-kannt gemacht durch seine theologische Dissertationes de StuUtida Athessmi , welche nachgehends IN Sachsen in form einestractats haben aufgelegt werben sollen, l'rogrum. U conc.funebr.

_ G.

iSufliebefQ, Gaißherg, oder Geisberg, ist eine alte adelicheV 2 / familic in Schwaden, unter die Reichs-Rikterschafftli-che Cantons Kocher und Necker gehörig, deren gürher, als dasstamm - Haus Schneitt im Ramülhal, Schaubcck , Klein»Botwar, Hohcnstein und Schöcktngen, in dem HertzogthumWürtemberg liegen. In dem XV. fcculo floriere einer solchesnahmens, nemlich Georg von Gaisberg, und war brv desHerrn Hertzogs Eberhardi l. Hochfürstl. Durch!. Ober-Vogtzu Schorndorff, starb an. 1339. Diese familie theilet sichin drey haupt-linien, nemlich die Schneitt - Hohenstemische,Schaubeck »Klein. Botwarische und Schöckingsshe brancbs.Der stamm-ort Schnellt wurde, da die zertdeilung desselbenunter viele participanlen geschehen sollte, und dessen intradennicht allzuhinlänglich waren, der Herrschafft Limburg vor un-gefehr 200. jähren käuflich überlassen, da denn von diesenerds-intereffenlen einer in die Hochsürstlich - Würtemdergischedienste nach Stuttgard , der andere bey der Reichs-stadtUlm, und der dritte bey der Fnagertschen Grafschafft indienste getreten; und da dem hause Limburg dieser kaus desvrts Schneitt nicht vorträglich fallen wollte, so erhielte Io,hann Georg von Gaisberg dasselbe an. 1^9. käuflich wieder,so, wie solches seine Voreltern ehemals gehabt. Obgedach-ten Ober-Vogts zu Schorndorff sein söhn, war Ioh. Lud-wig von Gaisberg, dieser zeugcte Ioh. Georg von Gaisberg,Herrn in Schneitt und Maldenstein; fein söhn war Ioh. Lud-wig von Gaisberg, Ulmischer Oder-Vogt zu Geißlingen, an-fangs Fürstlich-Würtembergischer Hof-Iuncker, und hernachRath und Assessor des Hertzoglich-Würlembergischen Hof Ge-richts zu Tübingen , dieser zeugete Sebaüian, welcher mit sei-ner gemahlin, Maria Agnes von Pliiningen, die güther Ho.henstein, Schaubeck und Klein-Botwar durch heuralh an sich vbrachte. Von diesem kam her Eberhard Ernst, Herr in Hohen»stein und Schneitt, welcher mit seiner gemahlin Maria Mag,dalena , einer gebohrnen Schertlin von Burtenbach , gezeu»get Ernst Conrad, Herrn in Hohenstein und Schneitt, an,fangs Hertzoglich-Würlembergischen Regierung« - Rath, unddann letzthin würcklich-geheimen Rath, Ober-Hof Richter undOder - Hofmeister in dem Coliegio illuitri zu Dibingen , soan. 1681. gebohren, und an. 1738. gestorben. Er vermähltesich mit Magdalena Elrsabetha von Reischach, und hinterließzwey töchter, ohne manns-erben, nemlich Elisadetha MariaLomsa und denn Ederhardina, so vermählt ist mit dem Her-tzoglich-Würtembergischen Regiernngs-Rath von Schütz. Die-ser Ernst Conrad hatte zwey brüder, Georg Ludwig und Eber-hard Friedrich , davon jener als Kayserlicher Hauptmann,und letzterer als Würtemdergischer Forstineister am Strom-berg, und verheurathet gewesen mit Anna Johanna von Back-meister, verstorben sind. .Ein jeder hinterließ einen söhn , nah-mens Georg Ludwig und Ludwig. Die Schanbeckrsche lintekommt her von dem odgemeldten Sebastian von Gaisberg.Dessen söhn und hingegen bruder von dem Eberhard Ernst,war Johann Sebastian , Ihro Römisch-Kayserlichen Malest.Rath, und einer Schwäbischen Reichs-Ritterschafft ausschußdes Cantons Kocher, dessen söhne waren : 1.) Friedrich Se-bastian , Rittmeister unter der Würtemhergischen garde zupferd, starb an. 1740. einen söhn, Carl ss von Charlotta Re-gina , einer gebohrnen von Bidenbach, hinterlassend. 2.) Io,hann Ernst Friedrich, Hertzoglich - Würlembergischer Oberst-Wachtmeister , hinterließ drey söhne von Magdalena Doro,lhea, einer gebohrnen von Göllnitz , Ioh. Heinrich Friedrich ,vermählt mit einer von Zigefer, Ben,amin Friedrich, Fähn,brich unter den Hertzoglich-Würlembergischen kreis-trouppen,und Philipp Sebastian. Die Schöcklngtsche brancks leitet sichher von Christoph von Gaisberg, gewetzten Hertzoglich-Wür«tembergischen Forstmeister auf dem Reichenberg , einem söhnobgedachten Georgen von Gaisbera. Sein söhn war Georg »Rittmeister unter dem commando des Spanischen Generals,

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