Zweyte Predigt
ü der
2. Corinth. IX. 9.
" Er hat ausgestreut und gegeben den Armen"seine Gerechtigkeit bleibt in Ewigkeit. "
o sehr uns
meine Lieben! das Schicksal der
Unglücklichen rührte, die, aus unserm alten Vater-lande her, zu uns auch um Erbarmung und um Hülfeflehten; so sehr ward nachher jedes gute Herz er-freut , das euern guten Willen, euere Wohlthun sah ,und das insonderheit zu schätzen weiß, wie vielenWerth in dieser Zeit die Gabe hat, die ihr dem Bruderreichen könnt.
Ihr machtet mich auch zum Zeugen euerer men-schenfreundlichen Wohlthätigkeit. Ich sah wie derBegüterte mit frohem Herzen reichte, und sich so derGüter, die Gott verliehen hatte, werth bewies. Ichsah wie beynah alle kamen und den armen Brüdern imverheerten Lande helfen wollten. Ich empsieng, mit-einer Rührung, die ich nie noch so empfand, dasScherflein der Wittwe, den großmüthigen Beytrag desDienstboten und Tagewerkers; ich empsieng mit Freu.denthränen, auch die Gabe der unmündigen Kinder, ab.gespart von ihren unschuldigen Vergnügungen, oder er-,arbeitet durch ihre willigen Hände.