SDITALSTÄNDCHENER BASLERN LIEDERTAFELGA 19146
An mein Vaterland.
W. Baumgartner,
O mein Heimatland, o mein Vaterland!Wie so innig, feurig lieb’ ich dich!Schönste Ros’, ob jede mir verblich,Duftest noch an meinem öden Strand!O mein Heimatland, o mein Vaterland!Wie so innig, feurig lieb’ ich dich!Schönste Ros’, ob jede mir verblich,Duftest noch an meinem öden Strand!
Mein Heimatland, mein Schweizerland, mein Vaterland.
Als ich arm, doch froh, fremdes Land durchstrich,Königsglanz mit deinen Bergen mass,Tronenflitter bald ob dir vergass,
Wie war da der Bettler stolz auf dich!
Als ich fern dir war, o Helvetia,
Fasste manchmal mich ein tiefes Leid!
Doch wie kehrte schnell es sich in Freud ’,
Wenn ich einen deiner Söhne sah!
Helvetia, mein Heimatland, mein Vaterland.
O mein Schweizerland, all mein Gut und Hab’,Wenn dereinst mein banges Stündlein kommt,Ob ich Schwacher dir auch nichts gefrommt,Nicht versage mir ein stilles Grab.
Werf’” ich ab von mir dies mein Staubgewand,Beten will ich dann zu Gott, dem Herrn:Lasse strahlen deinen schönsten Stern
Nieder auf mein irdisch Vaterland!
Aufs Schweizerland, aufs Heimatland, mein Vaterland.
Abendi£eier.
Schweigsam treibt ein morscher Einbaum,Glatt und ruhig liegt der See;Purpurwarme Abendschatten
Färben des Gebirges Schnee.
Eines Eilands KlosterhallenDämmern aus der Flut empor;Aus dem grauen Münster schallenGlocken zu der Nonnen Chor:Sempiterni fons amoris,Consolatrix tristium,
Pia mater Salvatoris,
Ave, virgo virginum!
Sanft sich wiegend, leis’ verklingend,Süss ersterbend kommt der Ton,Luft und Welle tragen schwingendSeinen letzten Hauch davon.
Und der Hand entsinkt das Ruder,Im Gebet erschweigt das Herz,Und mir ist’s, als trügen EngelEine Seele himmelwärts:
(Ew’ger Liebe reine Quelle,
Der Betrübten Trösterin,
Fromme Mutter des Erlösers,Gruss Dir, Himmelskönigin!)
Rudolf von Werdenberg.
Friedr. Hegar.
Ein Grafenschloss steht trotzig,Auf stolzer Bergeshöh;
Zu seinen Füssen träumet
Ein blauer Alpensee.
Verschwunden Graf und Ritter,Vermodert Mann und Ross,Des Efeu grüne RankenUmfahn das graue Schloss.
iingsum gespenstig stille
Des Lebens Odem ruht,
Doch mit der Dämm’rung Schleier,Da steigt es aus der Flut.