Buch 
Der ander Theil Teutscher Nation Heldenbuch : Inn diesem werden aller hochberümpten Teutschen Personen, Geistlicher und Weltlicher, hohen unnd nideren staths, Leben unnd namhaffte Thaten gantz warhafftig beschrieben ... von dem Grossen Carolo ... har, in die siebenhundert jar, biss auff Keyser Maximilian den ersten ... / Erstlich durch den Hochgelerten Herren Heinrich Pantaleon fast auss aller voelckeren Historien ... fleissig in Latein zusammen gezogen, unnd mit sampt aller beschribener personen büldtnussen ... künstlich fürgestellet. Jetzmalen aber von dem ... Authore selbs verteutschet, reichlich gemehret, und gebesseret ...
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Beſchꝛeibung/ der Ander cheil. 29

ſelbs gegen Mittnacht inn welt gelegene lender gezo gen/ denn Heyden das chriſti geEuangelium gepꝛediget/ vnnd viel Abgoͤtterer zu dem Chꝛiſtenlichen glau⸗ burt da jar.ben bekeer et. Beßhalven die boßhafftigen Heyden ſehꝛ erzürnet/ ſich zuſam-men gerottet/ vnnd mit gro fer vnſinnigkeit die vmligenden Chriſten über;fallen. Inn dieſer zeit warde Hamburg abermalen verbrennet/ vnnd mittviel anderen ſtetten zugrund gerichtet. Es lieſſe aber dieſer fromme hirtnicht nach/ vnnd entſetzet ſich ab deß Tenffels vnd ſeiner glideren grauſam-ckeit gar nicht/ ſonder fůre mitt(einer pꝛedig für/ vnnd vermanet die Chꝛi-ſten inn reiner lehꝛ zu verharꝛen. Weil auch viel frommer leuth von Hey-den gefangen/ hatt er die koſtliche geſchir in der Kirchen verkauffet vnnddie felben gefangenen erlediget. Hiemit hat er auch viel gelehꝛter leuth auß-geſendet ailenthalben bey den Noꝛdmannen das wort Gottes zu verkün-den/ vnnd deß Herꝛen erndt einzuſamlen. Deßhalben hatt in Gott hoch besgabet/ vnnd groſſe wunder werch durch jhn auffgerichtet/ fürnemlich aberwarde der feind/ weil Rembertus gebetten/ in Frießland zu Noꝛwiden voneinem kleinen voͤlcklein/ ſo Rembertus auffgebracht/ geſchlagen/ an wel;chem oꝛth noch auff heutigen tag ein grüner waſen voꝛhanden. Alſo hat erauch einen jungen Fürſten von dem boͤſen Geiſt erlediget/ einen blinden ſe-chen gemachet/ vnnd etwann durch das gebett das vngeſtůmme meer geſtillet/ welches er offt inn feiner reißfart brauchen müſſen · Wie er alſo 23jar ſein ampt wol verſechen/ iſt er geſtoꝛben/ vnnd vor ſant Peters Kirchengegen Auffgang begraben woꝛden/ da man zalt von Chꝛiſti geburt 888 jar-Crantꝝz. lib. 2, Metrop.

Rathbodus Warggraffe in Geſterꝛeich.

5 drs iſt mitt groſſer ſtercke vnnd ſonder⸗ gos.barer weißheit begabet geweſen. Deßhalbenwarde er von Cudwigen der Beyeren Teurſchen Roͤnig an der Oꝛientaliſchen march vnd grentzen zu einẽ Marggraffen geoꝛdnet/ damit er durchdieſes Helden mannheit das Teutſcheland vo: allerBarbaren über fal wol bewaret. Dieſes ampt hat erME AR| mit dapfferem gemuͤth verwalten/ vnd das land/ wel6 ß n ches jhm befolhen/ mannlich beſchirmet. Als aber. Aa Ratmarus der Wenden Fürſt etwas neuwes vnder8 ir fanden/ hatt der Konig dieſem Rathboden befol-ESEL) hen/ er ſolle mit einem gewaltigen gezeug dem feindiechen/ vnnd nicht auff hoͤꝛen dieſen meineydigen man zu veruol-gen/ biß er jhn erſchlagen oder gar auß dem land veriagt. Es hat auch Rathdodus diefes in ſchneller eyl vollbꝛacht/ vnd durch fein mann heit ein en großſen nammen erlanget/ da man zalt von Chꝛiſti geburt 8 40 jar. Wie Rath-

bodus dergeſtalt fein land mit gůoſſen ehꝛen geregieret/ iſt er letſtlichgeſtoꝛben/ vnd bey den feinen ehꝛlich begraben worden.Auent. libro 4. Annalium.

ec ig Bruno

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