Beſchꝛeibung/ der Ander cheil. 29
ſelbs gegen Mittnacht inn welt gelegene lender gezo gen/ denn Heyden das Põ chriſti geEuangelium gepꝛediget/ vnnd viel Abgoͤtterer zu dem Chꝛiſtenlichen glau⸗ burt da jar.ben bekeer et. Beßhalven die boßhafftigen Heyden ſehꝛ erzürnet/ ſich zuſam-men gerottet/ vnnd mit gro fer vnſinnigkeit die vmligenden Chriſten über;fallen. Inn dieſer zeit warde Hamburg abermalen verbrennet/ vnnd mittviel anderen ſtetten zugrund gerichtet. Es lieſſe aber dieſer fromme hirtnicht nach/ vnnd entſetzet ſich ab deß Tenffels vnd ſeiner glideren grauſam-ckeit gar nicht/ ſonder fůre mitt(einer pꝛedig für/ vnnd vermanet die Chꝛi-ſten inn reiner lehꝛ zu verharꝛen. Weil auch viel frommer leuth von Hey-den gefangen/ hatt er die koſtliche geſchir in der Kirchen verkauffet vnnddie felben gefangenen erlediget. Hiemit hat er auch viel gelehꝛter leuth auß-geſendet ailenthalben bey den Noꝛdmannen das wort Gottes zu verkün-den/ vnnd deß Herꝛen erndt einzuſamlen. Deßhalben hatt in Gott hoch besgabet/ vnnd groſſe wunder werch durch jhn auffgerichtet/ fürnemlich aberwarde der feind/ weil Rembertus gebetten/ in Frießland zu Noꝛwiden voneinem kleinen voͤlcklein/ ſo Rembertus auffgebracht/ geſchlagen/ an wel;chem oꝛth noch auff heutigen tag ein grüner waſen voꝛhanden. Alſo hat erauch einen jungen Fürſten von dem boͤſen Geiſt erlediget/ einen blinden ſe-chen gemachet/ vnnd etwann durch das gebett das vngeſtůmme meer geſtillet/ welches er offt inn feiner reißfart brauchen müſſen · Wie er alſo 23jar ſein ampt wol verſechen/ iſt er geſtoꝛben/ vnnd vor ſant Peters Kirchengegen Auffgang begraben woꝛden/ da man zalt von Chꝛiſti geburt 888 jar-Crantꝝz. lib. 2, Metrop.
Rathbodus Warggraffe in Geſterꝛeich.
5 drs iſt mitt groſſer ſtercke vnnd ſonder⸗ gos.barer weißheit begabet geweſen. Deßhalbenwarde er von Cudwigen der Beyeren vñ Teurſchen Roͤnig an der Oꝛientaliſchen march vnd grentzen zu einẽ Marggraffen geoꝛdnet/ damit er durchdieſes Helden mannheit das Teutſcheland vo: allerBarbaren über fal wol bewaret. Dieſes ampt hat erME AR| mit dapfferem gemuͤth verwalten/ vnd das land/ wel6 ß n ches jhm befolhen/ mannlich beſchirmet. Als aber. Aa Ratmarus der Wenden Fürſt etwas neuwes vnder8 ir fanden/ hatt der Konig dieſem Rathboden befol-ESEL) hen/ er ſolle mit einem gewaltigen gezeug dem feindiechen/ vnnd nicht auff hoͤꝛen dieſen meineydigen man zu veruol-gen/ biß er jhn erſchlagen oder gar auß dem land veriagt. Es hat auch Rathdodus diefes in ſchneller eyl vollbꝛacht/ vnd durch fein mann heit ein en großſen nammen erlanget/ da man zalt von Chꝛiſti geburt 8 40 jar. Wie Rath-
bodus dergeſtalt fein land mit gůoſſen ehꝛen geregieret/ iſt er letſtlichgeſtoꝛben/ vnd bey den feinen ehꝛlich begraben worden.Auent. libro 4. Annalium.
ec ig Bruno
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