Buch 
Der ander Theil Teutscher Nation Heldenbuch : Inn diesem werden aller hochberümpten Teutschen Personen, Geistlicher und Weltlicher, hohen unnd nideren staths, Leben unnd namhaffte Thaten gantz warhafftig beschrieben ... von dem Grossen Carolo ... har, in die siebenhundert jar, biss auff Keyser Maximilian den ersten ... / Erstlich durch den Hochgelerten Herren Heinrich Pantaleon fast auss aller voelckeren Historien ... fleissig in Latein zusammen gezogen, unnd mit sampt aller beschribener personen büldtnussen ... künstlich fürgestellet. Jetzmalen aber von dem ... Authore selbs verteutschet, reichlich gemehret, und gebesseret ...
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Beſchꝛeibung/ der Ander theil. 31Balduinus der erſt Graffe in

Flanderen.

LG Alduinus iſt von ſeiner juget an denn wilden

Barr, nach gehenget/ vnnd der Königen in

Franckreich Foꝛſtmeiſter woꝛden. Nach die-

ſem hatt er ſich auch inn kriegszug begeben vnnd

durch(ein mannheit vnnd groſſe glück ein ſollich es

anſechen erlanget/ daß jn mencklich mit dem zun am

mẽ Eyſen geheiſſen. Es hat ſich auch durch ein wun

A! derbar glück zugetragen daß er Judith deß Keyſers

. Caroli Calui dochter/ vnnd deß Konig von Engel-

. land verlaſſene wittfrauw/ wie dieſe wider wellen zu

. jhꝛem vatter faren/ hinder deß vatter wiſſen zu der

SZ ehe genommen/ vnnd mit jhm hinweg gefůret. Deß-

h ward fer zoꝛnig/ vnnd begeret ſich an Balduino zurechen.

Als aber erlich herzen für dieſen ſtreytbaren man gebetten/ vnnd man ſich

aber von der Noꝛdmannen über fahl zubeſoꝛgen/ hat in Carle wider zu ana

den auffgenommen. Nach dieſem hat der Keyſer feinem Dochterman das

land Flanderen für ein eheſteür übergeben/ vnnd jhn zu einem erſten Gꝛaf-

fen in Flanderen geoꝛdnet/ da man zalt 878 jar. Wie nun die Noꝛdmannen

Franckreich vnnd Flanderen durch jhren über fahl verherget/ hatt Baldui-

nus bey Buck über das waſſer ein bꝛucken gemachet/ vnd die feind mit man

lichem gemuth auß(einem land vertriben. Damit aber ſein Giaffſchafft des

ſter languerende ſeye/ hat er dieſe dem Key ſer als feine ſchirmher: en vnder-

woꝛffen. Als zu letſt Balduinus das land mit viel gebeüjwen vnnd guten ge

ſatzen bezieret/ hat er dieſes ſeinen nachkom̃enden zu regieren verlaſſen/ vndiſt auß dieſer zeit verſcheiden. Alb. Crantz. in Metrop. lib. 2. cap. i6.

Vuandelbert ein Rünch.Gee,, ,,

in Teutſchemland gehalten woꝛden/ dann er

a was in der Heiligen geſchꝛifft vnd in Ariſto-telis Philoſophey wol vnderꝛichtet/ vnnd für ande-

re geübet. Wie nun dieſer der welt wolüſt verachtet/hatt er zu Prumien in Trierer Biſtumb den Bene-dictiner Oꝛden angenom̃en/ vnd iſt ein Münch woꝛ-den: daſelben lage er allzeit dem gebett den buůͤche-* ren ob/ vnd beſchꝛib viel verß andere ſachen/ mittwelchen er ſeinen hochen verſtand den nachkommen

den geoffenbaret: er hat auch von den Marteren inverſen ein bůch geſchꝛiben/ vnnd S. Goaris deß Pꝛie

fer Lothario in groſſem anſechen da man zalt 856 jar.

Trit. in Script. Eccleſ. ij Rhodolph

Chriſti geburt 863 jar,

864}