Buch 
Der ander Theil Teutscher Nation Heldenbuch : Inn diesem werden aller hochberümpten Teutschen Personen, Geistlicher und Weltlicher, hohen unnd nideren staths, Leben unnd namhaffte Thaten gantz warhafftig beschrieben ... von dem Grossen Carolo ... har, in die siebenhundert jar, biss auff Keyser Maximilian den ersten ... / Erstlich durch den Hochgelerten Herren Heinrich Pantaleon fast auss aller voelckeren Historien ... fleissig in Latein zusammen gezogen, unnd mit sampt aller beschribener personen büldtnussen ... künstlich fürgestellet. Jetzmalen aber von dem ... Authore selbs verteutschet, reichlich gemehret, und gebesseret ...
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Chriſti geburt 865 jar.

gochtterumpter Teütſcher PerſonenBhodolph Hat ggrafft in auſſeren

eyeren.

,. hat durch ſein manheit vnd fleyß

T alle ſachen wol außzurichten bey den Beyeren

O einen groſſen namen erlanget. deßhalben hat

in König Ludwig in dẽ auſſeren Beyerland gegen

Mietnacht zu einem Fürſten vn Marggraffen ver-oꝛdnet/ vnd befolhen daß er der Teutſchen grentze

wider die Merꝛhen vnd Behemen manlich beſchir-

men ſolle. Welches dieſer auch mit groſſem lob voll-

4.

. bꝛacht:dann als er inn Behem gezogen/ hat er alles

, nit feür vnd ſchwert erfüllet vnd die ein woner be.. zwungen zu gehoꝛſammen. Als aber die Behemen

,. vnnd Merꝛhen mit ſampt denn vmligenden voͤlcke-ren aber einen Feldzug wider die Beyer zuhanden nemmen/ hat Rhodolphauff ſie aller dingen gut acht. Es hatt ſich auch begeben das die Merꝛhen inBehem ein groffe hochzeit halten/ vnnd die neüwe braut/ deß Hertzogen inBehem dochter fo aller ſachen wol gerüſtet/ wellen heim füͤren. Wie er dieſesdurch feine kundſch affter vernommen/ hat er ſich inn ein hinderhůt gelegt/vnnd die fürziechenden Merꝛhen vnuerſechenlich über fallen: da ſeind ſie ge-flochen vnd begeret an jhꝛ gewarſamme zukom̃en. Alſo ſeind jnen die Beyernachgeeylet/ auch jhꝛe/ pferd/ waffen/ vnnd alle hochzeitliche gezier den ero-beret: dergeſtalt wurden 64.4 gefattleter pferd/ ſo mit aller kriegsrüſtungbezieret mĩtt ſampt der braut in das leger gefuͤret. Auß dieſem fig iſt bey denTeut ſchẽ ein ſpꝛich woꝛt entſtandẽ: es wüſſe noch niemand wer bey der bꝛantligen werde. Dergeſtalt hatt Rhudolph bey den Teutſchen ein groſſen nammen erlanget/ vnd die vmligende feind in gehoꝛſamme erhalten. Auent lib.

S. Meinradt ein Einſidler.7 Meinradt iſt Bertholden deß Gꝛaffen von8

Sulgauw an der Thonauw Sohn geweſen/+ welchen die muter zu letſt noch langem voll-brachtem gebett inn die welt geboꝛen/ als ſie ein ge-lüpt gethon fie welle ſren erſtgeboꝛnen Sohn Gott | onnd feiner Kirchen auffopfferen. Deßhalben war-de er durch feiner elteren befelch in allen guten kün-A ſten vnderꝛichtet/ vnnd inn das nam̃hafftige kloſterGS Reichenau gethon/ damit er daſelben fein lebenlang. Gore dienen mochte. An dieſem oꝛth hat er mit fleyſ-; N figem ſtudieren dermaſſen zugenommen/ daß er inDA) kurtzer zeit aller anderen jünglingen/ fo daſelbenchem eyffer vnderꝛichtet/ ſchulmeiſter veroꝛdnet. Wie er abergeſechen das mehꝛtheil leuth daſelben dem wolluſt angehangen/ vnd die gu-ten künſt mit ſampt dem gebett vnderlaſſen/ hat er noch einer anderen artzu leben getrachtet. Deßhalben er auch das kloſter verlaſſen/ vnd angefan-gen auff dem hochen berg Etzel an dem Zürich ſee zu wonen. Nach dieſem zoge er fürbaß hinauff/ kam in einen fünſteren wald/ vnnd name jhm für da-ſelben ein Einſidler zu beleiben. Wie jhm auch etliche waldleuth darzu be-holffen/ hat er ein Cell vnnd Kirchlein gebauwen/ in welchem er Gott mittempſigen gebett verehꝛet/ auch die menſchen ſo zu jm kom̃en/ in warem glau-ben vnder wiſen/ da man zalt von Chꝛiſti geburt 833 jar..Vie S.

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