Beſchꝛeibung/ der Ander theil.S. Tutilo inch zu G. Gallen.* S* Tutilo was mitt hochem verſtand begabet.| SS Deßhalben hatt er ſich in S. Gallen kloſter3. gethon vnd den Benedictiner Oꝛden angenommen/ damit er ſich in freyen künſten deſter komlicher üben vnd dem ſtudieren obligen moͤchte: darſelben hat er dermaſſen zugenommen/ daß er in kur| gem alle anderen in mancherley künſten übertrof-fen. Fürnemlich liebet er die Mathematica vñ man. cherley Inſtrumẽt/ mit ſampt der Muſica. Deßhalben hat er mancherley In ſtrument vn Aſtronomi-ſche taffel auß ertz gemachet/ vnnd durch langen geAm. Ibꝛauch die Anaglyptiſche kunſt/ welche alle ding inrtz/ Gold/ vnd an Metall verzeichnet/ dermaſſen erlernet/ daß jhm beyfeiner zeit niemand zu vergleichen/ wie dan ſolliches noch S. Gallen bildt-nuß vnd leben/ ſo in kupffer geſtochen/ eigentlich bezeüget. Er was alle zeitin der arbeit/ oder über ſich in denn ſeytten ſpilen. Hiemit was er auch mittfromkeit vñ aller ley tugeten verꝛůmet/ daß er billich von mencklichem geliebet. Deßhalben ſich begeben daß er noch ſeinem tod vnder die heiligen gezellet/ vnd in derſelbigen rodel ein geſchriben worden, Er was fürnemlich vn-der Keyſer Carle dem feiſten in groſſem anſechen/ als man zalt 880 jar. Wieer geſtoꝛben hat man jhn zu S. Gallen in der alten Kirchen vergrabẽ/ vndmit einer loblichen grabgeſchꝛifft/ in welcher ſein fromkeit vnd kunſt gemeldet/ außgeſtrichen/ wie ich dieſe in meiner reißfart ch geleſen/ vnd verzeich-net hab. Stumpff. lib.. Heluet. cap. 5.
S. Mechodins der Behemen Apoſtel.
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nem bruder Cyrtllo den guten künſten obsgelegen vnnd durch feinen verſtand vnndheiliges leben einen groſſen nam̃en erlanget. Deß-halben iſt er mitt feinem bruder zu der Abgoͤtterverehꝛeren gezogen/ vnnd in Merꝛhen Chꝛiſtumgeprediget. Als er in dieſem oꝛth ein Kirchen auff-gerichtet/ warde er der Merheren Biſchoff erweh-let. Nach dieſem iſt er auch in Behem gezogen/ vnddie Chꝛiſtenliche Religion gepflantzet/ auch vnderA Keyſer Arnolphen den Fürſten Boꝛſtuoien mitt* ſampt Ludmilla feiner frauwẽ getauffet/ da manraber harnoch wider inn Merꝛhen kommen vnnd auffden abgeſtoꝛbenen Suatocopium fein ſohn Fürſt worden, iſt ein geſpanzwiſchen dem Koͤnig vnnd dem Biſchoff angangen. Dann als der KRoͤnigauff das geiegt gefaren/ hat er Methodio befolhen/ er ſolle das heilig amptnicht vollbꝛingen/ biß er wider zuhauß kommen: es wartet Methodiusbiß zu Mittag. Ʒu letſt foꝛchte er der Gottes dienſt wurde verhinderet/ vndfienge an fein ampt zu vollbꝛingen. Hiezwüſchen kame der Fürſt widerheim: wie er aber vermercket das dieſer ſein gebott überſechen/ gieng erinn die Kirchen/ lieſſe einen hauffen hünd hinein lauffen/ vnnd befal-he die trommeten auff zublaaſen. Er gienge auch ſelbs für denn altar/beſchalte denn Prieſter ernſtlich/ vnnd hette wenig gefaͤlet/ er wurdehand an jhn geleget haben. Deßhalben iſt Methodius noch ettlicheniiij tagen
Võ Chriſti ge
burt 889 jar.
zu WMethodius iſt von juget an mit ſampt ſeis S9 oꝛ8€