4.4. Bochuersünhweter Teütſcher Perſonen
vs chriſtige tagen in Behem gezogen/ vnd hat den Konig in bann gethon. Durch dleſe
burt zo o jar. talh iſt nicht allein das Biſtumb in Merꝛhen abgangen/ ſonder auch dasReich zu nichten worden. Dann als bald harnoch der Konig geſt oꝛben/ iſtein theil in Herꝛhen den Teutſchen oder Behemmen zu gefalle/ das überigiſt den Polecken vnd Hungarẽ zu theil woꝛden. Nach dieſem verh arꝛet Methodius ein zeitlang in Behem/ vnd zoge letſtlich ghen Kom zu ſeinem bru-der. Aen.Syl.Hiſt. ohem.cap.i. Hiſt.Eccleſ. Cent.
Boꝛſiuoins der Behemmen KFürſt.. B Oꝛſiuoius iſt Noſtreichẽ deß Hertzogẽ in Be
hem ſun geweſen. Wie diſer mit vil tugetẽ verruͤmet/ warde er noch feines vatters abſterbẽð Behemẽ Für ſt erwehlet. In diſer zeit verehrtẽ dieBehemẽ jre Abgoͤtter/ vñ Jebꝛauchtẽ ſich der Heldneſchen aberglauben. Deßhalben als Methodiusder Merꝛhẽ Apoſtel deß Boꝛſiuoien weißheit vndfromkeit vermercket/ iſt er in Behem gezogen/ vndW den einwoneren Chꝛiſti Euangelium geprediget.Als Boꝛſtuoius dieſe lehꝛ verſtanden/ hat er ſie mitdanckbarem gemuͤth angenom̃en/ vñ iſt mit Eud-,, milla feiner hochuerſtendigen frauwen getauffetwoꝛden/ wie Keyſer Arnolph das Reich verwalten vmb das 895 jar nochChꝛiſti geburt. Dergeſtalt iſt Boꝛſtuo ius der letſt Heidniſche/ vnd der erſteChꝛiſtenlich Fürſt in Behem geweſen. Wie er alſo lang in Behem mit groſ-ſem lob geregieret/ iſt er geſtoꝛben/ vnd hat Spitigneo vnnd Vꝛatißlao ſei-nen kinderen das SFürſtentumb verlaſſen. Aen. Syl. in Hiſt. Bohem. cap..
Salomon Biſchoff zu Coſtentz.16 Alomon iſt in dem Turgauw auß Edlem ge-5
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ſchlecht von RWamſchwag erboꝛen/ als er noch
ein knab geweſen/ haben jhn feine elteren inn
die nam̃haffte ſchul deß kloſter S. Gallen geſendet
damit er daſelben in guten künſten vnnd zůchtigen
geberden vnderꝛichtet wurde. dann er hatt ein gu-
ten kopff vnd ein luſt zu dem ſtudierẽ an jhm. Deß-
halben ſich in kurtzem begeben/ daß er feine geſellen
weit übertroffen/ vnnd ein gelehꝛter man woꝛden.
99 wie man dieſes auß(einem kunſtreichen Dictiona-.. 9 rio verſtehn/ welchen er geſchꝛiben/ vnnd noch heutWS lc g daſelben in Pergamen gezeiget wirt. Wie nun die-fer erwachfen iſt er Keyſer Ludwig deß ſtammler Caplan woꝛden in dem880 jar. An dieſem ampt hatt er alle ſachen fo jhm befolhen treüwlich auß-gerichtet/ vnnd ſich hiemit in der Key ſer en kundtſchafft gebracht/ alſo daßjhn Ludwig auch vnder feine Raͤth angenommen. Dieſe würdigkeit hatter auch bey volgenden Keyſeren Carolo dem feiſten/ Arnolpho/ Lud wi-wigen dem dꝛitten/ vnd Cunradten dem Francken mit groſſem lob viel jarerhalten. Deßhalben ſich auch begeben daß er durch der Keyſeren fürde-rung in kurtzem viel Apteyen vnnd Geiſtlicher würdig keit erlanget. Erſt-lich warde er Bapſt zu Ellwangen / demnach Apt zu Rempten/ hernach zuPfeffers/ auff dieſes zu S. Gallen/ vnnd harnoch Biſchoff zu Coſtentz/ alſJ
das Eckardt ein gelehꝛter Münch zu S. Gallen von jhm geſchꝛiben/ es hasbe Sa-