Buch 
Der ander Theil Teutscher Nation Heldenbuch : Inn diesem werden aller hochberümpten Teutschen Personen, Geistlicher und Weltlicher, hohen unnd nideren staths, Leben unnd namhaffte Thaten gantz warhafftig beschrieben ... von dem Grossen Carolo ... har, in die siebenhundert jar, biss auff Keyser Maximilian den ersten ... / Erstlich durch den Hochgelerten Herren Heinrich Pantaleon fast auss aller voelckeren Historien ... fleissig in Latein zusammen gezogen, unnd mit sampt aller beschribener personen büldtnussen ... künstlich fürgestellet. Jetzmalen aber von dem ... Authore selbs verteutschet, reichlich gemehret, und gebesseret ...
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Beſchꝛeibung/ der Ander theil.

be Salomon zu einer zeit zwelff Pꝛelaturen gehabt. Under anderefreunden hat Salomon den Hattonem Ertzbiſchoffen zu Mentzliepſten/ durch welches fürderung er leichtlich alles noch gefallen er langer.Ob wol aber Salomõ Biſchoff geweſen/ hat er doch fürnemlich in S. Gal-len kloſter gewonet/ da er auffer zogen woꝛden/ daſelben den Oꝛden angenommen. Er hat auch harnoch dieſem Gotteshauß viel gutes gethon/ vndjm etliche Apteyen(vnder welchen auch Pfeffers geweſen) vnderwoꝛffen.Nach dieſem hat er def kloſters Kirchen koſtlich erneüweret/ S. MangenTempel erbauwen/ vnd zu Abbenzell ein Stifft angefangen/ auch alle vm-ligende oꝛth mit gebeüwen koſtlich bezieret.

Als Salomon dergeſtalt in hoch Teutſchemland in hoͤchſtẽ anſechen ge Sirſten freweſen/ warend Bertholdus vnd Erchinger zwen Hertzogen in Schwaben seiten.gebꝛuͤder/ welchen der Biſchoff von Coſtentz an dem Bodenſee ( mit KeyſerArnolphen bewilligung) etliche gerechtigkeit entzogen/ ſehꝛ erzürnet/ vndnamen jhnen für Salomonem vmbzubꝛingen: deßhalben ſeind ſie vnuerſechenlich in S. Gallen kloſter gefallen/ vnnd dieſen vnderſtanden gefangenmit jhnen hinweg zufuͤren. Er warde aber bey zeiten gewarnet/ vnd flocheghen Turbethal. Auß dieſem oꝛth zeigt er dem Keyſer der Fürſten vnbilligkeit/ vnnd groſſe gefahr an. Als hat der Key ſer die Fürſten ghen Mentz beiruͤffet/ die partheyen verhoͤꝛet/ vnd das vꝛtheil gefellet. Namlich ſie habenbeyde den Keyſer jhꝛ oꝛdenliche Oberkeit verletzet. Deßhalben hat er befolhen dieſe beid zu Mentz in gefencknuß zulegen/ biß man ſie in das ellend verſchicket/ oder mit dem ſchwert richtete. Wie Salomon die ſes verſtandẽ hater mit ſampt Hattone dem Ertz biſchoff zu Mens für die gefangenen beydem Keyſer gebetten/ jh nen verzeichung erlanget/ vnd iſt mit jh nen widereins woꝛden/ diß beſchach in dem 94 jar.

Wie Salomon dieſes vollbꝛacht/ warde er von mencklichem hoch gehaltẽ/ Schimalſo daß er feine Kirchen in friden růw verwalten. Deßhalben als Con; boſſen ſc*radt Keyſer woꝛden/ iſt er gleich inn dem anderen jar(eines Reich/ da man ich.zalt vi0/ ghen Conſtentz kom̃en/ daſelben bey dem Biſchoff mit groſſempomp das Wienacht feſt begangen. Nach dieſem iſt er mit Apt Salomon viel Fürſten in S. Gallen kloſter gefaren/ daſſelbig mit viel freyh eit-ten begabet. Damalen waren Bertholdus vn Erchinger auch zugegẽ. Diesſen hat der Apt durch zwen Bauren feine jeger/ welche wol bekleidet/ einenBären vn Hirtzen geſendet. Sie vermeindten dieſes were groſſe herꝛẽ vondem Adel/ entpfiengen fie gantz ehꝛlich. Als ſie aber harnoch verſtanden/das es angelegte Bauren geweſen iſt der alte haß wider neüw woꝛden. Eshat aber der Keyſer dieſen ſchimpff boſſen verlachet/ vnnd die Fürſten demBiſchoff wider ver ſůnet. Nach dieſem hat er de flecken Stam̃heim dem kloſter geſchencket/ weichen die Fürſten bißhar in deß Keyſers namen beſeſſen/vnd ein ſchloß darein gebauwen: dergeſtalt warde jhꝛ zoꝛn von tag zu taggemehꝛet. Wie nun noch deß Keyſers hinſcheid dieſer Fürſten Candusgt/fo in de ſchloß gewonet/ die einwoner auff mancher ley weiß geplaget/ darzunit abgeſtandẽ/ ob ſie wol von dem Biſchoff gewarnet/ hat ſich begebẽ/ dasauff ein zeit Salomon diſen zweyen gebꝛůderẽ in freyem feld auff der landſtraaß begegnet. Da hat der Biſchoff diſen SFürſtẽ jrer Landuogten freuelangezeigt/ vnnd damit er ſein beger deſter ehe erlangen/ jhnen wider einge-bildet/ wie fie auff ein zeit durch fein fürbitt auß gefahꝛlicher gefencknußerlediget. Als Luithfrid dieſer Sürſtẽ ſchweſter ſohn ein freueler jünglingſolliches erhoͤꝛet/ zucket er von lader/ beſchalt Salomon/ vnnd hette weniggefelet/ er were von jhm erſtochen woꝛden. Inn dieſem lerman wurdendem Biſchoff etlich Reuter erſtochen/ darzu er gefangen inn das 12

gefuůͤret.