Buch 
Der ander Theil Teutscher Nation Heldenbuch : Inn diesem werden aller hochberümpten Teutschen Personen, Geistlicher und Weltlicher, hohen unnd nideren staths, Leben unnd namhaffte Thaten gantz warhafftig beschrieben ... von dem Grossen Carolo ... har, in die siebenhundert jar, biss auff Keyser Maximilian den ersten ... / Erstlich durch den Hochgelerten Herren Heinrich Pantaleon fast auss aller voelckeren Historien ... fleissig in Latein zusammen gezogen, unnd mit sampt aller beschribener personen büldtnussen ... künstlich fürgestellet. Jetzmalen aber von dem ... Authore selbs verteutschet, reichlich gemehret, und gebesseret ...
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Von Chriſti

geburt 1499jar.*

1495.

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gochuerꝛuͤmpter Teütſcher PerſonenJohannes Molitor Apt zu Wettingen .J. iſt von from̃en elteren erboꝛẽ/ auch

in allen tugeten vnd guten künſten wol auff-XWerzogen woꝛden. So bald vnd er erwachſen/hatt er dieſer welt bracht verachtet/ ſich in das Clo-ſter Wettingen gethon(ſo auch Meerſtern genen»net/ vnd bey Baden in dem Er gauw gelegen) vnnddaſelben der Bernhardiner Oꝛden angenommen.An dieſem oꝛth hat er ſich dermaſſen wol vnd züch-tig gehalten/ daß er der 22 Apt erkoꝛen. Dieſes ampthat er angenom̃en/ vnd alles in ſeinem Cloſter wolangerichtet. Bey feinen zeiten/ da man zalt 499 jarINS was der Schwaben krieg/ alſo das man in der Eydoſchafft in groſſen ſorgen geſtandẽ. Als man aber den ſieg erlanget/ hatſich Johannes mit anderen Gott danckbar erzeiget/ vnnd alle menſchen zutugendten ermanet:wie aber harnach io/ jar das Cloſter mertheil verbꝛunnen/ hat er dieſes wider von neüwem erbauwen/ vnd durch ſein gute hauß-haltung wol auffgebracht. Er was ein feiſter ſchwerer man/ vnnd kame zueinem hohen alter. Als er dermaſſen lang loblich fürgeſtandẽ/ iſt er letſtlichgeſtoꝛben/ vnnd in feinem Cloſter ehrlich zu der erden beſtattet woꝛd en. Eswarde auff ihn Gregoꝛius zu einem Apt erkoꝛen. Chron. Vuett.

Johannes Waal von Glariß.4 Ohannes iſt zu Glariß in der Eydgnoſchaffterboꝛen/ vnd zu der arbeit rauch aufferzogen.X Wie nun dieſer erwachſen/ vnnd mitt groſſerleibs ſtercke begabet/ iſt er mit anderẽ Eydgnoſſenin deß Königs von Fianckreichs beſoldung in Ita­ lien gezogen/ vnd daſelben durch ſein mañheit vndI tugendt mencklichẽ bekandt worden. Wie aber har-, ö nach im 1499 jar der grauſam̃e krieg zwiſchen Key-ſer Maximilian vnd den Eydgenoſſen angangen/welchen man den Schwaben krieg geneñet/ iſt die-( fer Johannes mit dapfferem gemuͤt feinen Eydge-ZZ noſſen bey geſtanden/ auch mitt ſampt anderen anen ſieg erlanget. Es hat ſich aber harnach am: tag Mer-tzen begeben/ das die feind fünffzehen tauſet man zu roß vnd fůß zu ſich genom̃en/ über Rhein gefahren/ vnd den Eyd genoſſen etliche doͤꝛffer verbꝛennet. Als der Eydgenoſſen kriegs leüt/ ſo allenthalben in dem zuſatz gelegen/dieſes verſtanden/ haben ſte ſich eylend zuſammen gethon/ vnd jnen fürge-nom̃en dem feind ein ſchlacht zu leyfferen. Inn dem erſten angriff wurdender Keyſeriſchen 5 erſchlagen. Wie aber die Eydgenoſſen durch der fein-den groſſe anzaal überwunden/ vnd ſibenzig knecht verloꝛen/ haben ſie ſichin die ſtatt Werdenberg gethon/ vnd jhre andere bundsgenoſſen durch jregewonliche ſturm zeichen zu den waffen ermanet/ dar zu jnen fuͤrgenom̃endem feind wolgerüſtet zu begegnen/ welches auch beſchehen. In dieſem er-ſten angriff was auch Johannes zugegen. Als dieſer der ſeinen gefahr ver-ſtanden/ hat er mit dapfferem gemuͤt mit anderẽ/ ſo zu nech ſt vmb jn geſtanden/ ein ſtarckgeſchwader Reütter angriffen. Wie er nun mannlich gefoch-ten/ vnd hiezwiſchen die anderen abgezogen/ alſo daß er allein gewefen/ hater ſich eylend auff einen büchel geſtellet/ vnd deß feinds erwartet.Daſelben