Buch 
Der ander Theil Teutscher Nation Heldenbuch : Inn diesem werden aller hochberümpten Teutschen Personen, Geistlicher und Weltlicher, hohen unnd nideren staths, Leben unnd namhaffte Thaten gantz warhafftig beschrieben ... von dem Grossen Carolo ... har, in die siebenhundert jar, biss auff Keyser Maximilian den ersten ... / Erstlich durch den Hochgelerten Herren Heinrich Pantaleon fast auss aller voelckeren Historien ... fleissig in Latein zusammen gezogen, unnd mit sampt aller beschribener personen büldtnussen ... künstlich fürgestellet. Jetzmalen aber von dem ... Authore selbs verteutschet, reichlich gemehret, und gebesseret ...
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Beſcheibung/ der Ander theil. 5 89

Nach dieſem warde er von dem fürnemmen edelman Ceonhardt von ch von Chriſtghen Ingolſtatt beruͤffet. Daſelben hat er mit Petro Apiano dem Mathe geburt 1495matico viel zuthun/ vnd kame gar ſelten für das volck auß dem hauß: dah ei jar.

men beluſtiget er ſich mich Hoꝛatij Verſen/ vnd fang dieſe gemeinlich nachdem mittag mal oder nachteſſen: doch ſpacteret er vnd er weilen gegen demabendt an der Thonauw.

Es was Auentinus einer zim̃lichen lenge/ vnnd hat einen feiſten coͤꝛper. AuentiniEr hatt einen gaͤlen bart vnder dem küne/ vnnd ſchare in oberhalben bin; geſtalt-

weg: ſo bald der tag anbrach/ fienge er fein ſtudterẽ mit einem Capitel außder Bibel an. Nach dem nachteſſen růwet er etwas/ vnd lage dann offt bißzu mitternacht ob den buͤcheren. Er name ſich gar keiner geſellſchafft an/ſonder leber jhm ſelbs vnnd den bůͤcheren. Wann er vmb die leüth gewe-ſen/ was er freündtlich vnnd Gottsfoͤꝛchtig/ in dem h auß hatt er gar keinkind erzůrnet. Man ſahe jhm an der perſon an/ daß er ein rechter Philo ſo-phus geweſen. Er gar wenig/ vnnd füpffler offt weil er geeſſen. Weil erauch ein blöden magen/ hatt er offt das nachtmal vnder laſſen. In der klei-dang was er nicht weybiſch vnd hoffertig/ vnd kame doch nicht wie ein ſud-ler/ onder ehr lich/ hlemit ſatzet er auch gar nicht auff gelt. Er ſagt offt: derMenſch iſt ein waſſer blaaſen/ ja wann wir geboꝛen werden/ fahen wir an ſterhen: deßgleichen/ Wir verwerffen nicht der alten ordnung/ ſonderdie mißbrench. Wie er dergeſtalt zu Ingolſtatt kom̃lich gelebet/ fůre er vm̃Wien acht zeit im 1533 jar auff einem kaͤrch ghen Regenſpurg/ damit er feinhaußfrauw vnnd junge Dochter mitt jhm ghen Ingolſtatt fuͤret. weil esaber fehr kalt/ it er auff der reiß Franck worden. Deßhalb en iſt er zu Regenſpurg am tag Jenner feines alters im 68 jar geſtoꝛben. Er bekame auß ſei-ner frauwen einen Sohn Carolum/ fo jung geſtoꝛben.· demnach ein Doch-ter Giſelam ſo ihr rechte alter erlanget. Man ſolte dieſes mans lob billichauff das höchſtepreyſen/ dieweil er mit ſollichem ernſt der alten tathen zusſammen gebracht/ in welchem jhm zu voꝛghenden vnnd volgenden zeitennach keiner zůuergleichen. Wie er alſo zu Regenſpurg verſcheiden/ wardeer zu Sanct Haimeramo/ mit volgendem Epitaphio oder Gꝛabgeſchꝛifft/chꝛlich zu der erden beſtattet.

D. O. M.

Johannes Auentinus ein ſonderbarer gelehrter/ frommer/ vnd auff-echter man/ ſo fein Vatterland bezieret/ vnnd ab dem ſich die außlen-diſchen verwunderet/ welcher ſich der Teutſchen vnnd Beyeriſchen ſa-chen fleiſſig angenommen/ auch alle alten tathen ernſtlich erkundiget/ja welcher die ware Religion vnnd alle tugendt geliebet/ iſt den 9 tagJenner geſtoꝛben/ im 1534 jar/ welch em auch zu ewigergedechtnuß diſe begrebnuß geoꝛd-net. Anon.

Geoꝛg