Beſcheibung/ der Ander theil. 5 89
Nach dieſem warde er von dem fürnemmen edelman Ceonhardt von ch von Chriſtghen Ingolſtatt beruͤffet. Daſelben hat er mit Petro Apiano dem Mathe geburt 1495matico viel zuthun/ vnd kame gar ſelten für das volck auß dem hauß: dah ei jar.
men beluſtiget er ſich mich Hoꝛatij Verſen/ vnd fang dieſe gemeinlich nachdem mittag mal oder nachteſſen: doch ſpacteret er vnd er weilen gegen demabendt an der Thonauw.
Es was Auentinus einer zim̃lichen lenge/ vnnd hat einen feiſten coͤꝛper. AuentiniEr hatt einen gaͤlen bart vnder dem küne/ vnnd ſchare in oberhalben bin; geſtalt-
weg: ſo bald der tag anbrach/ fienge er fein ſtudterẽ mit einem Capitel außder Bibel an. Nach dem nachteſſen růwet er etwas/ vnd lage dann offt bißzu mitternacht ob den buͤcheren. Er name ſich gar keiner geſellſchafft an/ſonder leber jhm ſelbs vnnd den bůͤcheren. Wann er vmb die leüth gewe-ſen/ was er freündtlich vnnd Gottsfoͤꝛchtig/ in dem h auß hatt er gar keinkind erzůrnet. Man ſahe jhm an der perſon an/ daß er ein rechter Philo ſo-phus geweſen. Er aß gar wenig/ vnnd füpffler offt weil er geeſſen. Weil erauch ein blöden magen/ hatt er offt das nachtmal vnder laſſen. In der klei-dang was er nicht weybiſch vnd hoffertig/ vnd kame doch nicht wie ein ſud-ler/ onder ehr lich/ hlemit ſatzet er auch gar nicht auff gelt. Er ſagt offt: derMenſch iſt ein waſſer blaaſen/ ja wann wir geboꝛen werden/ fahen wir anzů ſterhen: deßgleichen/ Wir verwerffen nicht der alten ordnung/ ſonderdie mißbrench. Wie er dergeſtalt zu Ingolſtatt kom̃lich gelebet/ fůre er vm̃Wien acht zeit im 1533 jar auff einem kaͤrch ghen Regenſpurg/ damit er feinhaußfrauw vnnd junge Dochter mitt jhm ghen Ingolſtatt fuͤret. weil esaber fehr kalt/ it er auff der reiß Franck worden. Deßhalb en iſt er zu Regenſpurg am tag Jenner feines alters im 68 jar geſtoꝛben. Er bekame auß ſei-ner frauwen einen Sohn Carolum/ fo jung geſtoꝛben.· demnach ein Doch-ter Giſelam ſo ihr rechte alter erlanget. Man ſolte dieſes mans lob billichauff das höchſtepreyſen/ dieweil er mit ſollichem ernſt der alten tathen zusſammen gebracht/ in welchem jhm zu voꝛghenden vnnd volgenden zeitennach keiner zůuergleichen. Wie er alſo zu Regenſpurg verſcheiden/ wardeer zu Sanct Haimeramo/ mit volgendem Epitaphio oder Gꝛabgeſchꝛifft/chꝛlich zu der erden beſtattet.
D. O. M.
Johannes Auentinus ein ſonderbarer gelehrter/ frommer/ vnd auff-echter man/ ſo fein Vatterland bezieret/ vnnd ab dem ſich die außlen-diſchen verwunderet/ welcher ſich der Teutſchen vnnd Beyeriſchen ſa-chen fleiſſig angenommen/ auch alle alten tathen ernſtlich erkundiget/ja welcher die ware Religion vnnd alle tugendt geliebet/ iſt den 9 tagJenner geſtoꝛben/ im 1534 jar/ welch em auch zu ewigergedechtnuß diſe begrebnuß geoꝛd-net. Anon.
Geoꝛg