Buch 
Der ander Theil Teutscher Nation Heldenbuch : Inn diesem werden aller hochberümpten Teutschen Personen, Geistlicher und Weltlicher, hohen unnd nideren staths, Leben unnd namhaffte Thaten gantz warhafftig beschrieben ... von dem Grossen Carolo ... har, in die siebenhundert jar, biss auff Keyser Maximilian den ersten ... / Erstlich durch den Hochgelerten Herren Heinrich Pantaleon fast auss aller voelckeren Historien ... fleissig in Latein zusammen gezogen, unnd mit sampt aller beschribener personen büldtnussen ... künstlich fürgestellet. Jetzmalen aber von dem ... Authore selbs verteutschet, reichlich gemehret, und gebesseret ...
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Chriſti geburt ig jar.

Vniuerſtter in der Chriſten heit geweſen. Daſelben hat er ſich derm aſſen ge

BeyeriſchenGiſtorien beſchriben.

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. 9 2 darzu auß ſonderbarer liebe zu ſtudieren/ ſich ghenPar eyß inn die Hohe ſchůl gethon/ welches dann damalen die fuͤrnempſte

u bet/ d

cobus Faber Stapulenſis vnnd Jodocus Clithoueus ſeine Preceptores/

is er ſelbs in dem ſech ſten bůch feiner Hiſtorien bezeüget. Als er harnachwider in Teuſchland kommen zoge er im 1490 jar ghen Wien : wie er daſel/geweſen/ hatt er etlichen ſonderbaren ſtudenten ein theil Poeten vndOꝛatoꝛen fürgeleſen/ welches damalen gar ſeltzam. Auff ſolliches reiſet erghen Regẽſpurg/ warde kranck vn beleib über winter bey Andrea Bꝛyms.Nach dieſem kame er inn fein Vatterland/ vnd verharꝛet ein jar bey feinen

hen

freünd

Poeten/ Joanne Stabio dem Mathe matico/ Joanne Cuſpiniano/ Velosctano Pindero/ vnnd Joachimo Vadiano gantz freündtlich. Von dieſemoꝛch reiſet er ghen Cracauw/ vnd verlaſe offentlich die Griechiſche Gꝛam-maticam. Zu letſt keret er wider ghen Ingolſtatt/ vnd profitier et mit großſem lob deß Sciptonis traum/ vnd die Khetoꝛicam an Herennlum im 493

jar. W

hat er an Hertzog Albrecht in Beyeren ein freüd Carmen geſchꝛiben/ vnndjhm viel glück gewünſchet/ auch hiemit begeret/ er welle jhm einen ehꝛlichen

ſtath v

der jungen Fürſten Lud wigen vnd Ernſten Pꝛeceptoꝛ geoꝛdnet/ welche erauch zu Burckhanſen in den künſten vnderꝛichtet. Nach etlichen jaren zo-ge er mit Hertzog Ernſten in Italien / vnd ſahe daſelben viel ant iquit etenvnd ſchoͤner ſtett: damalen erkundiget er auch der welſchen geberden.Wie er nun das ampt eines Pꝛeceptoꝛis wol geendet/ fienge er an derBeyeren Hiſtorien vnnd tathen zubeſchreiben: als Wilhelm, Ludwig/

gGochuer:umpter Teütſcher Perſonen

Johannes Auen in go der Beher giſtorien-reiber.;

, Ohannes iſt zu Abenfperg einer ſtat in Obe-X ren Beyeren erboꝛen/ da man zalt 1466. Seinvatter hieß Johans Churmeyer/ fo daſelbenSpittalmeiſter geweſen. Er hat ſich ab er von demVatterland har Auentinum oder Aben ſper ger ge-nennet. Als der vatter ſeinen Sohn zu der ſchůl ge-i chon/ hat er bald die rechte fund amẽt in der Gꝛam-matica erlehꝛnet. Nach dieſem warde er von demvatter ghen Ingolſtatt abgefertiget: wie er daſel-ben in Philoſophia vnnd frey en künſten ſehr zuge-, nommen/ hat er auß feiner Pꝛeceptoꝛen rathſchlag/

er in ſiben freyen künſten Magiſter promouteret. Es waren Ja-

. Demnach zoge er leider gen Wien / lebet mit Cõrado Celte dem

ie auch harnach der Beyeriſch krieg geweſen vnnd friden gemachet/

erleih en/ ſo jhm gebüre. Alſo warde er ghen München beruͤffet/ vnd

vnnd Ernſt die Fürſten in Beyeren dieſes verſtanden/ haben fie jhm zu-

eſagt

durch jhr freygebigkeit beholffen zuſein. Alſo hatt er von jhnen

rieff an alle Cloͤſter in Beyeren erlanget/ auch ober vnnd nider Bey eren

wol du

rchſuchet/ vnnd was er gefunden fleyſſig aufgezeichnet. Dergeſtalt

hatt er(ein bůch zum theil in feinem Vatterland/ zum cheil zu Regenſpurgaußgemachet. Wie er alſo dem ſtudieren fleyſſtg obgelegen/ vnnd biß inndas vier vnd ſechstzigſten jar feines alters kommen/ auch bißhar auſſerhalben dem eheſt and gelebet/ hat er zuletſt ein ſchwebin zu der ehe genommen/vnnd warde von einer alten frauwen/ ſo jhm dieſe als ein magt zugefůretbetrogen. Sie was gar arm vnnd haderig. Deßhalben hatt er zu Regen-

ſpurg ein hauß gekauffet/ vnnd ein zeytlang bey ſeiner frauwen gen,

lach