Das grosse Narrenspiel.
Zu der in Köhler- Haußens jüngstem Gedichtbuch„ Tanze, meinSeelchen!" zuerst gedruckten eigenartigen Gedichtreihe ,, Das großeNarrenspiel", die im Bilde eines Pierrot- Traumes das Weh derunerhörten Liebe schildert, hat Paul Colberg eine neue Art musika-lischer Bearbeitung geschaffen: eine Suite für großes Orchester, dieden gesprochenen Text teils umrahmt und teils begleitet.
Eine Fanfare leitet das Werk ein, während deren der den Textsprechende Dichter das Podium betritt. Ein Prolog schildert, daß derDichter diejenige Art der Liebe darzustellen beabsichtigte, die denMenschen zum Narren macht, und erklärt die Notwendigkeit, das Liedvon einer solchen Liebe auch mit dem innigeren Ausdrucksmittel derTöne zu verbinden.
Leidenschaftliches Aufbrausen des verliebten Pierrot im Ver-langen nach der schönen Colombine wird durch ein stark bewegtesLeidenschaftsmotiv dargestellt:
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tutti
Den Grundton der ganzen Dichtung spricht dann die Strophe aus:,, Sieh, rings die Welt spielt Maskerade,
Rings Mummenschanz, was wir erspäh'n,
Ob wir nicht selbst im NarrenkleideUns um die eigne Narrheit dreh'n!"
In einer Mondscheinnacht hört man dann die Musikanten imFastnachtstaumel vor Colombinens Tür ziehen und ihr ein Ständchenbringen. Als es in der Ferne drei Uhr schlägt, eilen sie leise nachHause. Nur Pierrot bleibt zurück und bringt der Geliebten seineschon in tollem Wahnwitz schwärmende Huldigung dar, noch teilweisebegleitet von den Motiven des Musikantenständchens.
Aber dieser Leidenschaft des ,, armen Verliebten" steht die kühleSchmiegsamkeit, die kalte Schönheit der Colombine, gegenüber,deren eigenartiges Motiv
Kolr
d
bd
Adagio
b.
ihm Antwort gibt.
Droht er auch, ,, zu ihren Füßen zu verbluten", es bleibt das
alte Lied:
,, Vor Deinem Fenster, reizende Colombine,
Irr' ich in unentrinnbaren Liebesqualen.
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