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Bern's Geschichte 1191-1891 : Festschrift zur 700jährigen Gründungsfeier / von Wolfg. Friedrich von Mülinen
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Weiter zurück deckten Aarberg und Thun die Aare, und im j

Gebiet der Emrne stand Burgdors. Die Aare bedurfte aber j

eines weitern festen Ortes in der Lücke zwischen Aarberg und ^

Thun. Militärische Rücksichten waren es also in erster Reihe, j

welche hier die Gründung einer Stadt verlangten. Wie Herzog i

Berchtold sie ausführte, wird weiter unten berichtet. In Kurzem ^

soll noch seine weitere Regierung und das Ende seines Hauses §

erzählt werden.

Im Kampf mit den burgundischen Edeln war der Herzog ^-glücklich gewesen, weniger war er es gegenüber ihren Verbündeten,den Wallisern und den Savoharden. Immer wenn er die Pässe !überstieg, waren die Walliser bereit, ihn blutig zu empfangen, -und die Savoharden konnte, er nicht hindern, in der Wandt ^bis Romont erobernd vorzudringen. Dagegen winkte ihm einHöheres. Die Herrschaft der Hohenstanfen, die vielen verleidetwar, ließ den alten Haß der wölfischen Partei neu auflodern.Diese gedachten dem König Philipp, Barbarossas jüngstem Sohn,einen König entgegenzustellen. Als der geeignetste hierzu erschienHerzog Berchtold V. von Zähringen. Er aber betrachtete dieKrone nicht als das größte Glück und machte sie Philipp nichtstreitig. Wohl aber mußte dieser dem Herzog die Gefälligkeitmit vielem Gelde vergüten. In der That hatte ja Berchtold imeigenen Lande Arbeit genug.

Ueber seinen Familienverhältnissen schwebt tiefes Dunkel.

Er war mehrere Male verheirathet, aber wir kennen nicht dieMamen aller seiner Gemahlinnen. Einen Sohn, der wie derVater hieß und der vor diesem starb, hatte er gewiß, vielleichtnoch mehr Kinder. Die Sage meldet, daß die alten Feinde inunauslöschlichem Haß gegen die Zähringer die beiden Knabendes Herzogs, Konrad und Berchtold, vergiftet haben; in Solo-thurn sollen sie begraben worden sein. Wenn es wahr wäre,so hätten die Burgunder ihren Zweck erreicht. Berchtold V. starbam 14. Februar 1218 auf seiner Burg Zähringcn als der Letzte