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früh (1224) der Stadt Wappenthier und eine gewisse Neigungzu dem frühern König der Thiere ist jedem Berner geblieben.
Die Anlage der Stadt hatte als ihren Kern die Burg Nhdegg.Von dieser sind noch Mauern vorhanden, die als Unterbau fürden Chor der Nydeggkirche dienen. Wie die damaligen Burgenüberhaupt, mit einem starken viereckigen Thurm als Hanptbau,scheint auch die Nhdegg gewesen zu sein. Wo sie nicht durch dieAare geschützt war, im Westen, war ein tiefer Graben, wie esnoch an der Postgasse ersichtlich ist, über den eine Brücke führte.Die Ringmauer zog sich den Stalden hinauf und wahrscheinlichunter der heutigen Nydeggbrücke wieder zur Aare hinunter, woein Thor, das später sogenannte Ramseierloch, stand.
Der Herzog bestimmte nun als Grenze der neuen Stadt imWesten die heutige Kreuzgasse, man zog sie aber weiter bis zumnächsten Graben, der von der Aare bis wieder zur Aare reichteund eine natürliche Vertheidigungslinie bot. Von ihm ist nurmehr der südliche Theil des Gerberngrabens erhalten; doch heißtder Platz auf dem nördlichen zugeschütteten Theil noch die Graben-promenade. Dieser Suerschlncht entlang wurden Ringmauernaufgeführt. In der Mitte, wo sie am engsten war, erhob sich, Thorund Thurm zugleich, der Zcitglocken. Von ihm führte eine Brückehinüber. Entsprechend den alten Stadtbefestignugen war derZeitglocken stadtwärts offen.
Daß die Erweiterung gleich so bedeutend war, beweist, daßes all Einwohnern nicht fehlte. Manuell des Herzogs, auch Leib-eigene mochten gern am Ban helfen und als Bürger da bleiben.Durften sie doch das an die Mauern grenzende Land als Al-mende benutzen und im Bremgarten- und Forstwald das nöthigeHolz holen. Der Gerichtsbarkeit der Stadt war im Westen dieGegend bis Könitz unterworfen.
Nun bedurfte die neue Schöpfung aber noch der Vertheidiger.Das Waffenhandwerk war damals Sache des Adels. So galtes diesen, der sonst den Städten wenig hold war, zu gewinnen.