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burgundischen Lande. Da wollte Bern, wenn er auch von desKaisers Erlaubniß keinen Gebrauch machte, den 1361 abgelaufenenBund nicht erneuern. Es hatte Wohl recht, dem Herzog zu miß-trauen. 1363 kaufte er von den Grafen von Khburg die Städteund Burgen von Burgdorf, Oltigen und Thun, das eigentlichein bernisches Lehen war. Aber bald zogen ihn andere Unter-nehmungen südlich der Alpen ganz von diesen Plänen ab. DieBeziehungen zu Bern besserten sich wieder und nach seinem Todekam auch ein Friede zwischen Oesterreich und den Eidgenossenzu stände.
Aber noch immer ging Bern seine Wege. Als 1370 ZürichLuzern, Uri, Schwyz, Unterwaldeu und Zug im „Pfaffenbrief"sich über den Ausschluß fremder Gerichte und über den Land-frieden vereinbarten, trat ihnen Bern nicht bei. Dem erstenAct, der den staatlichen Begriff der Eidgenossenschaft enthält,blieb es fern.
Der Pfaffenbrief war vorzüglich gegen Oesterreich gerichtet.Bern hatte noch andere Interessen.
Um diese Zeit, 1367, gerieth es in einen blutigen Krieg mitdem streitsüchtigen Bischof von Basel, Johann von Vienne. Der-selbe mochte es nicht leiden, daß die Vieler, seine Unterthanen,mit Bern verbündet waren. Dazu befanden sie sich im Rückstandmit den Steuern. An einem Markttag in Viel ließ er bernischeKaufleute gefangen setzen. Als er die geforderte Genugthuungverweigerte, sielen die Berner in sein Land ein und verwüstetenes ringsum. Viel ging in Flammen auf. Wahrscheinlich hattenes die Bischöflichen angesteckt. Johann von Vienne vergalt deß-gleichen; seine zuchtlosen Schaaren verübten bis gegen Bern alleerdenkbaren Greuel, sie prahlten auch, sie wollten den Bremgarten-wald umhauen. Da sagten die Berner, sie wollten Schleifsteinean den Bäumen aufhängen, daran die Feinde die Aexte schleifenkönnten. Sie unternahmen, von Solothuru unterstützt, einen