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Bern's Geschichte 1191-1891 : Festschrift zur 700jährigen Gründungsfeier / von Wolfg. Friedrich von Mülinen
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kurze Zeit freuen. Der Baillif (Bälli) von Dijon brauchte nurseinenKronensack zu schütteln", so folgten ihm 24000 Schweizerzu seinem königlichen Herrn. Traurig war es, daß man um desglänzenden Goldes willen Alles preisgab. Wohl suchte Bern,solches zu hindern, es beschloß das Reislaufen zu verbieten und -mahnte die Ausgezogenen, nicht gegen Landsleute zu kämpfen. l

Der Herzog Sforza hielt sich in Mailand vor den angrei- !

senden Franzosen nicht mehr sicher und zog nach dem festen !

Novara. Hier verließen ihn die Schweizer, die nicht gegen ihre ^

Bruder kämpfen wollten, ein Hans Turmann verrieth den Her- j

zog selbst an die Franzosen. So weit war es gekommen, daß ^

der Solddienst Schmach und Schande brachte. Die Regierungen !

der Orte gingen in sich und um dem elenden Erbetteln von s

Jahrgeldern und dem Reislaufen ein Ende zu machen, beschwor !

man 1503 denPensionenbrief". Aller Verträge mit fremden >

Fürsten, aller Pensionen und des Reislausens wollte mansich künftig begeben. Aber die edle Rührung war von kurzerDauer. Schon 1505 ließen sich die Berner durch den Bischofvon Lausanne von ihrem Eide lossprechen. Gar viele, auch Mit- jglieder des Rathes, verarmt und genußsüchtig, wollten von denJahrgeldern nicht lassen; die Kehrseite war wieder das Reis-laufen:Si wend daheim Pension nid lon, so wend wir htnusin krieg gon." Mehr als zwanzig Jahre herrschte das unwürdigeTreiben und hörte nur auf, als man unendlichen Schaden ge-litten.

König Ludwig XII. war wohl von neuem im Besitze Mai-lands, aber es ging ihm nicht alles nach Wunsch. Er mußte das ;wichtige Bellenz lBellinzona) den Waldstätten lassen. Der geist- j

volle Papst Julius II. war ein Feind der französischen Fremd- >

Herrschaft in Italien. Im Haß gegen die Franzosen überbot !

ihn noch Matthäus Schinner, Bischof von Sitten, der auch in ;Bern seine Freunde hatte. Die Eidgenossen verfeindete sich der !

König durch seinen Geiz, indem er den Sold spärlich oder gar !