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Bern's Geschichte 1191-1891 : Festschrift zur 700jährigen Gründungsfeier / von Wolfg. Friedrich von Mülinen
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Kolb erklärten die Sätze verfechten zu wollen: Christus fei daseinzige Haupt der Kirche, und der einzige Mittler, die Mesfesei eine Lästerung, die Bilderverehrung wider Gottes Wort, die Ehein der heiligen Schrift niemand verboten und Anderes. Den Bi-schöfen, in deren Sprengel Berns Gebiet lag, wurde geschrieben, wennsie dem Gespräche nicht beiwohnten, würden sie ihrer bezüglichenRechte verlustig gehen. Die katholischen Orte waren entrüstetlein Zweifel, daß Bern abfalle! Ihre Sprecher Dr. Eck undThomas Murner weigerten sich in dieSpelunke" Bern zugehen. Um so zahlreicher betheiligten sich die Reformirten: Zwingli,Oekolampad, Joachim von Watt (Vadian) waren erschienen.Der Erfolg war vorauszusehen. Vom 6.25. Januar 1528 fanddas Gespräch in der Barfüßerlirche statt. Es endete mit derAnnahme von Halters und Kolbs Sähen, mit dem Siege derReformation.

Am 27. Januar beschloß die Regierung, die Messe also abzu-schaffen, die Bilder und Altäre zu entfernen, die Klostergütereinzuziehen. Die Gemeinde wurde im Münster besammelt undmußte dem Rathe geloben, ihn zu unterstützen. Am 7. Februar1528 wurde das Reformationsmandat erlassen, das die genanntenSätze mit den nöthigen Bestimmungen dem Volke vorschrieb.So entfernte man, wie in allen Kirchen, die Altäre und Bilderaus dem Münster. Zuletzt wurde noch in der Diesbach- undMetzgernzunft-Kapelle Messe gelesen.

Die Einführung der Reformation ging aber auf dem Landenicht so schnell vor sich. Im Oberland nahm die Unzufriedenheitdes altgläubigen Volkes so überhand, daß man in Bern rüstete.Die Gotteshausleute von Jnterlaken glaubten auch aller Abgabenentledigt zu sein und die Unterwaldner wiegelten sie noch gegenBern auf. Vergeblich suchte Bern die Aufregung zu stillen; dieHasler, wie die Frutiger, beschlossen die Herstellung der Messe,der Abt von Engelberg kam über den Brünig und celebrirte inBrienz. Da rückte Niklans Manuel mit Truppen aus dem