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Bern's Geschichte 1191-1891 : Festschrift zur 700jährigen Gründungsfeier / von Wolfg. Friedrich von Mülinen
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über den Grafen der Geltstag erkannt war, kauften sie denGläubigern ihre Ansprachen ab. Bern gewann ein Drittel derGrafschaft, das Land vom Sanetsch bis zum Baken (la Tinezwischen Rossiniare und Montbovon), die Freiburger nahmen dasübrige. Auch das greherzische Oron ging nach kurzem anBern über.

6. Bern und die Hugenotten.

Das katholische Regiment, das die Valois in Frankreich hand-habten, war in seinen Wirkungen auch in der Schweiz fühlbar.Die katholischen Orte ließen ihre Mannschaft nach Frankreichströmen, wo man ihrer Wohl bedürftig war. Dem LuzernerLudwig Pfhffer hatte es Karl IX. zu danken, daß sich bei Meauxnicht die Hugenotten seiner bemächtigten. Als diese immer mehrunterdrückt wurden, verwandten sich die reformirten Schweizereifrig für sie. Der Geist der Reformation war lebendig in ihnen,ihren Glauben wollten sie auch jenseits des Jura schützen. In denfünfziger Jähren erklang das schöne Lied:

Wach uf, mins harzen schönt,du christenliche schar,und hör das süß getöm,das rein Wort gottes klar,das ietz so licplich klinget,die Welt darwider tringet:in allen landen

macht es den fiendt zu schänden.

Drumb land uns frölich singengegen disem sumerzit;ich hoff, uns söll gelingen,der Herr ist ietz nit wit;mit gnad thut er har tringen,die schönen rosen bringen;