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Bern's Geschichte 1191-1891 : Festschrift zur 700jährigen Gründungsfeier / von Wolfg. Friedrich von Mülinen
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Bund sollte allen andern Bünden vorgehen. Es war nur einweiterer Schritt in derselben Richtung, daß man mit Philippvon Spanien wie mit dem Herzog von Savohen in enge Ver-bindung trat.

Der Herzog von Savohen glaubte die Zeit und den Augen-blick gekommen, einen Anschlag auf Genf auszuführen. Aber dieWerner und Zürcher schützten die Stadt. Dagegen wäre ihm fastein anderer Versuch gelungen. Der Bürgermeister von Lausanne,der alte Jsbrand Daux, war von ihm bestochen. Er wurde dasHaupt einer Verschwörung, die Lausanne dem Herzog überliefernund ihn wieder in die Waadt einführen sollte. Der Herzog hieltan den Grenzen Truppen bereit. Aber im December 1588 ver-rieth Daux's Schwiegersohn Crossaz die Verschwörung. Bernverfügte die nöthigen Maßregeln; drei der Verschwörer, dererman habhaft werden konnte, fielen unter dem Richtschwert.

Den Herzog wollte man jetzt empfindlich strafen. InVerbindung mit Frankreich drang man in sein Land. Aber dieungenügende Leitung des Schultheißen Johann von Wattenwyl,der nur ungern den Befehl übernommen, und Meutereien ver-eitelten den Erfolg. Auch die ewigen Unterhandlungen, die Ulrichvon Bonstetten mit dem Herzog Pflog, konnten dem Unternehmennur schaden- Der Zug nahm ein unrühmliches Ende. Thononund Gex giengen ein zweites Mal verloren und im Frieden vonNyon (October 1589) gab man sogar Genf preis. In der Hei-math erweckte dieser Abschluß des Krieges die größte Unzufrieden-heit und der Rath mußte gegen die Schuldigen streng ein-schreiten.

Im Jahre 1582 war es den französischen Gesandten ge-lungen, Bern zum Eintritt in einen Bund zu bewegen, dochi hatte es zur Bedingung gemacht, daß es im Fall eines Religions-! krieges in Frankreich seiner Verpflichtungen ledig fein sollte.

^ Nur natürlich war es, daß man, als der Bürgerkrieg in Frank-

! reich neu aufloderte, mit dem hugenottischen König Heinrich von

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