142
r. Der Bauernkrieg.
Der dreißigjährige Krieg sollte für die Schweiz doch nochrecht traurige Folgen haben. Während hier im Gegensatz zuDeutschland, wo alles verwüstet lag, der Wohlstand nicht gelittenhatte, waren die Lebensmittelpreise und der Werth der Güterunverhältnißmäßig gestiegen. Dann sanken sie wieder, so schnellund so tief, daß mancherorts große Armuth einriß. Warenviele schon dadurch erbittert, so begegnete man der Regierungmit unverhohlenem Trotze, als sie 1641 eine neue directe Steuer,1°/g„ von allem Vermögen, ausschrieb. Sie bedurfte derselben,um die Kosten von Truppen zu decken, die sie zur Sicherstellungder Grenzen geworben hatte. Die Unzufriedenheit nahm besondersim Emmenthal und im Amte Thun überhand. Der Landvogtvon Thun, Niklaus Bachmann, hatte einen der Mißvergnügtenin Gewahrsam gebracht. Sofort sammelten sich Hunderte, diesich erst besänftigten, als der Verhaftete, der entwischen konnte,wieder in ihrer Mitte war. Im Emmenthal war die Stimmungnoch wilder. Nicht nur verweigerte man die Entrichtung derSteuer, sondern trat in Verbindung mit den ebenfalls unruhigenEntlebuchern. Die Regierung beschloß mit den Bauern in Thuneinen Tag zu halten. Hier gelang es dem Schultheißen NiklausDachselhofer und eidgenössischen Vermittlern, die Landleute umzu-stimmen.
Der ruhige Zustand war nicht von Dauer. Zu den Miß-ständen kamen Verfügungen der Regierung, die verhaßt waren,die zu schnelle Herabsetzung der Scheidemünze, die Erhebung desAusfnhrgeldes für Pferde und Vieh, des sogenannten Tratten-geldes, die Monopolisirung des Salz- und Pulverhandels. Auchrichtete sich der Zorn gegen einzelne Landvögte, die willkürlichregierten.
Da brach im Winter von 1652 auf 1653 aus ähnlichenUrsachen die Empörung der Entlebucher aus, die nun erst recht,