141
zu verstärken, die sich an die Schanzen anschlössen; es wurdendaraus das obere oder Murten- und das neue Aarbergerthor.Gegenüber auf dem rechten Aarufer, wurde nur eine kleine Feldbe-festigung, das „Schänzli", angelegt. ^
Auch die letzten Jahre des Krieges giengen an der Schweiznicht spurlos vorüber. Sie wurde zwar nicht zum Schauplatzdes Krieges, aber doch zogen beständig fremde Truppen durchdas Land, die nicht das beste Andenken hinterließen. Spät nochhieß es von den Schweden:
De Schweb ist cho,hab alles gno,hab d'feister igschlage,s'blei drus gschlage,
Chügeli gösse,u d'bure-n-erschosse!
Auch nahmen die Werbungen immer mehr überhand.Namentlich Frankreich zog daraus Vortheil. Es gewöhnte sich,
! die Schweiz als einen Clientelstaat zu betrachten, der ihm zu
! Willen sein mußte und seine Mannschaft gab, sobald es verlangt
^ wurde.
i Als endlich der Friede seinem Abschluß nahte, machte
^ Frankreich sich auch anheischig, die Schweiz zu vertreten. Man
verspürte aber doch das Nachtheilige und Unwürdige einer solchenLage, und beschloß, einen eigenen Gesandten nach Münster abzu-ordnen. Johann Rudolf Weitstem, Bürgermeister von Basel,
! der noch ein besonderes Geschäft mit dem Reichskammergericht
! zu bereinigen hatte, war der Auserkorene. Wie sehr er das in
l ihn gesetzte Vertrauen rechtfertigte, wie praktisch und tüchtig er
! sich bewies, ohne den Beistand Frankreichs wäre nicht erreicht
! worden, was für die Schweiz das Ergebniß des westphälischen
l Friedens war, die völlige Freiheit und Unabhängigkeit vom
> Reiche (1648).