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Bern's Geschichte 1191-1891 : Festschrift zur 700jährigen Gründungsfeier / von Wolfg. Friedrich von Mülinen
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in Huttwyl bestätigt. Da, in Huttwyl, waren Bauern vonBern, Luzern, Basel, Solothurn und aus den freien Aemternerschienen. Die Bewegung griff immer weiter um sich. NiklausLeuenberger, derObmann", übte eine Macht aus, die mit seinemVorgeben wenig im Einklänge stand. Noch ordnete die bernischeRegierung eine Gesandtschaft ab, die man aber erst nach demSchluß einer Landsgemeinde anhörte. Eine letzte Unterredungführte wieder zu nichts, da Leuenberger immer höhere Forde-rungen stellte.

Er drohte. Bern die Zufuhr von Lebensmitteln abzuschneidenund schon marschirte er gegen die Stadt. Burgdorf drohte eranzugreifen, wenn es nicht seine Besatzung entlasse. Schon ließer Gümminen besetzen, um den Anmarsch der Waadtländer zuverhindern, und Aarberg belagern. Unterstützt von 700 Entle-buchern, die Schybi führte, wollte er Bern einnehmen.

Die Stadt hatte sich gerüstet. Mannschaften waren namentlichim Waadtland ausgehoben. An die Spitze der Truppen wurdeSigmund von Erlach gestellt. Am 19. Mai verkündete einManifest, daß man auf dem Weg der Güte nichts erreicht habeund daher zu den Waffen greife. Zwei Tage darauf standLeuenberger in Ostermundingen. Seine Leute waren bereit aufBern zu marschiren; nach der Einnahme der Stadt würdenalle Männer getödtet, und sie, die Sieger, sich in die Regierungtheilen. Der Anmarsch beträchtlicher Hülfe, die der Regierungkam, ließ ihm aber deren Antrag annehmbar erscheinen: dieBauern sollten alles, was sie in Beschlag genommen, herausgebenund mit 50,000 Pfund entschädigt werden. Daraufhin wurde am24. Mai der Vertrag auf dem Murifelde abgeschlossen. Aber schonam folgenden Tage kam Leuenberger mit neuen Forderungen.Da bot die Regierung noch einmal den Frieden an, sonst werdesie zu den Waffen greifen. Aus dem Westen kam ihr guteNachricht. Durch eine Kriegslist verschaffte der Vogt von Laupen,Johann Jakob Durheim, den heranziehenden Waadtländern den