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Bern's Geschichte 1191-1891 : Festschrift zur 700jährigen Gründungsfeier / von Wolfg. Friedrich von Mülinen
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Durchpaß zu Gümminen. Den Bauern, die den Ort besetzthielten, theilte er mit, Leuenberger sei mit seinem Heers katholischgeworden. Kaum hatten sie es vernommen, so zerstreuten siesich. Auch jene, die Aarberg belagerten, vernahmen es und liefendavon. So konnten auch die Truppen aus Erlach und Neuenburgungehindert nach Bern ziehen.

Dieß blieb Leuenberger nicht fremd. Er nahm also den Muri-felderfrieden an und zog ab. Als man aber in Bern vernahm,, daßer in den Aargau rücke, verlangte man von ihm, daß er sichzur Huldigung in Konolsingen stelle und seine Leute von demwie man glaubte gegen Luzern gerichteten Zug abhalte. Er ließsich in seinem Vorhaben nicht stören.

Unterdessen hatte sich im Aargau ein eigenössisches Heergesammelt, das der Zürcher Konrad Werdmüller befehligte. BeiWohlenschwhl in der Nähe von Mellingen griffen ihn die Bauernmit großer Uebermacht an, ohne entscheidende Vortheile zuerringen. Werdmüller bewilligte ihnen am Abend bis zumfolgenden Morgen einen Waffenstillstand. Als währenddessen dieEidgenossen sich sorgloser Ruhe ergaben, rieth Schhbi, sie nunplötzlich anzugreifen. Leuenberger wollte von diesem Treubruchnichts wissen. Am folgenden Tage verständigte sich Werdmüllermit den Bauern.

In Bern lagen die Verhältnisse anders. Das Abkommenvon Mellingen wollte die Regierung nicht anerkennen, da siegar nicht darum befragt worden war, und den Leuenbergerbetrachtete sie als Friedensbrecher, weit er nach dem Murifelder-vertrag die Waffen nicht niedergelegt hatte. So erhielt GeneralSigmund von Erlach Befehl, gegen ihn auszurücken. Dieser zognach dem Oberaargau und nahm in Wangen Quartier. Hiervernahm er, daß die Bauern sich in Herzogenbuchsee hielten.Am Psingsttage, dem 8. Juni, griff er sie dort an. Ein heftigesblutiges Gefecht entwickelte sich, während das halbe Dorf inFlammen aufging. Der Sieg blieb den Regierungstruppen. Damit

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