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Bern's Geschichte 1191-1891 : Festschrift zur 700jährigen Gründungsfeier / von Wolfg. Friedrich von Mülinen
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Brandenburg, wo sie in Stendal eine Colonie gründeten. Preußenhatte die Ansiedelung der neuen Unterthanen nicht zu bereuen.

Viele andere aber wollten den Gedanken einer Rückkehr inihr geliebtes Vaterland nicht aufgeben. Man suchte sie davonabzuhalten, wie man nur konnte. Aber im Jahre 1689 ertrotzten3000 Waldenser, geführt vom Hauptmann Jean-Jacques Bour-geois und vom Pfarrer Arnoud, eine Landung in Savoyen. Nurwenigen gelang ihr Vorhaben. Die meisten wurden nach Genfzurückgeschlagen. Um nicht in den Verdacht zu kommen, mitden Waldensern im Einverständniß zu sein, sah sich Bern ge-zwungen strenge einzuschreiten: Der Hauptmann Bourgeois wardenthauptet (1690).

Im gleichen Jahre erschien ein Gesandter des protestantischenKönigs Wilhelm von England, Thomas Coxe, vor den evange-lischen Ständen. Wie man schon die Fortschritte der Puritanerzu Cromwells Zeiten gerne gesehen, kam man auch dem GesandtenWilhelms freundlichst entgegen. Aber Coxe wollte, was jeweilendie andern Mächte verlangten, ein Bündniß, um Truppen —4000 Mann — werben zu dürfen. So schnell ließ sich daraufnicht antworten. Die Frage war, ob ein solches Bündniß erlaubt,sodann ob es Vortheilhaft sei. Es mußte auf Frankreich Rücksichtgenommen werden, während man sich doch nicht des Rechts,Bündnisse schließen zu können, begeben wollte. Der VennerNiklaus Dachselhofer sprach für das Bündniß, indem er inheftiger Rede vor Frankreich warnte, das nie seine Versprechungengehalten. Aber als die Berathung mit den andern Ständenbegann, verzögerte sich die Sache, der französische Gesandte wirktedagegen, bis sie verschoben, dann vergessen wurde. Freie Werbungjedoch wurde gestattet.

Kurz darnach, 1696, wünschte der Kurfürst Friedrich vonBrandenburg eine Leibwache von reformirten Schweizern anzu-werben. Sein Gesandter Jmbert Rolaz du Rosey fand nurdarin Schwierigkeiten, wie die Stände die hundert Mann unter