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sich vertheilten. Rosey ward ihr Hauptmann, ein Zürcher ihrerster, Signiund von Erlach der zweite Lieutenant. Es warein ehrenvoller Dienst, und Bern durfte mit seinem MitbürgerWohl zufrieden sein, denn als der Kurfürst König von Preußengeworden war, ernannte er jenen zum Hofmarschall. Die Gardewurde im Jahre 1713 abgedankt. Noch trägt einer der glän-zenden Säle des alten königlichen Schlosses zu Berlin den NamenSchweizersaal.
Wie England so gestattete man auch dem glaubensverwandtenHolland Werbungen. Nachdem dort schon 1676 ein bernisch-zürcherisches Regiment gestanden, führten 1692 die HauptleuteJohann Rudolf von Erlach und Samuel Morlot Freicompagnienhin, und errichteten die Obersten Niklaus Tscharner und Albrechtvon Mülinen, später noch Wilhelm von Muralt drei Regimenter.Im Jahre 1700 wurde eine Kapitulation genehmigt, derzufolgedas holländische Regiment nur Berner zu Officieren haben sollte.Aber dem französischen Dienst gaben die Kriegslustigen denVorzug; wird doch die Zahl der Schweizer, die 1690 in Frankreichstanden, auf 30,000 geschäht!
ö. Inneres.
Die Schweiz bot im 17. Jahrhundert ein wenig erhebendesBild. Die Einflüsse von außen und die Gefahren von innenwaren so groß, daß der eidgenössische Gedanke oft erschüttertwurde.
Der während des ganzen Jahrhunderts in den nachbarlichenLändern wüthende Krieg war nicht im Stande, die Schweizeraufzurütteln, damit sie im Kriegswesen selbst nicht zurückblieben.Zur Ehre Berns läßt sich sagen, daß es ihm nicht am gutenWillen gefehlt hat. Neuen nothwendigen Reformen verschloßman sich nicht; der Kriegsrath, bestehend aus den Amtsschult-heißen, zwei Vennern, fünf Mitgliedern des Kleinen und sechs des