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Bern's Geschichte 1191-1891 : Festschrift zur 700jährigen Gründungsfeier / von Wolfg. Friedrich von Mülinen
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Stände nahmen die Ehre an; schon war der Herzog von Anhalt-Dessau als ihr Vertreter beim Tauffeste bestimmt, als die katho-lischen Orte Schwierigkeiten erhoben und während dessen starbder Kronprinz.

r. Der Toggenburger- oder Zrvölserkrieg.

(Zweiter vilmergerkrieg) 1712.

Die Neuenburger-Angelegenheit war noch nicht erledigt, alsim Osten ein Streit ausbrach, der die alten confessionellen Gegen-sätze von neuem aufriß und den Bürgerkrieg entzündete.

Den Toggenburgern, die unter der Abtei St. Gallen standen,waren von dieser verschiedene Rechte und Freiheiten gewährt,aber nicht imnier gehalten worden. Besonders der Abt LeodegarBürgisser, ein geborener Luzerncr, erzürnte seine Unterthanendurch übertriebene Forderungen; so befahl er den Wattwylerneinen Straßenbau, dessen sie sich weigerten. Unterstützt von denSchwyzern rissen sich die Toggenburger von der Mischen Herr-schaft los. Aber als sie in ihrem neuen Staate Religionsfreiheitgewährten, änderte sich die Lage. Die katholischen Orte wolltenvon einer solchen Begünstigung der Reformirten nichts wissenund schlugen sich wieder auf die Seite des Abtes. Da konntees nicht ausbleiben, daß die evangelischen Stände die reformirtenToggenburger in Schutz nahmen.

Diese lehtern eröffneten den Krieg, indem sie in das Gebietihrer katholischen Landsleute einfielen, die sich auch dem Abtwieder unterworfen hatten. Noch unterhandelte Bern zumFrieden, als schon die katholischen Orte die freien Aemter be-setzten. Aber auch Bern und Zürich hatten sich gerüstet (1712).

Nachdem Bern überall die Grenzen besetzt, zog der GeneralNiklaus Tscharner, ein erfahrener General, dem man späternoch den tüchtigen Jean de Sacconay beiordnete, mit dem Haupt-heer in den Aargau und stellte die Verbindung mit Zürich her.