Buch 
Bern's Geschichte 1191-1891 : Festschrift zur 700jährigen Gründungsfeier / von Wolfg. Friedrich von Mülinen
Entstehung
Seite
170
JPEG-Download
 

170

seine Kinder erhielten das ewige Einwohner-Recht, Funkhäusereinen goldenen Becher, Davel eine Rente von Geld und Gabenin Natur, und in der Stadtbibliothek hing man die BildnisseNiklans Tfcharners, Samuel Frischings, Sacconahs und HansRudols Manuels auf.

Noch gaben die Katholiken ihre Sache nicht verloren. Siehofften auf ihre glaubensgenössischen Freunde, auch auf Frankreich.Als sie das ablaufende Bündniß mit Ludwig XIV. neu beschworen1715, dießmal mit der Bestimmung, daß der König bei jedemZerwürfnis; in der Schweiz sich einmischen dürfe legte derGesandte des Königs, Graf du Luc, einen von ihm und ihrenGesandten besiegelten Revers in eine Blechschachtel, die der Ge-sandte von Luzern zur Aufbewahrung erhielt. Der Inhalt desReverses War, daß der König den katholischen Orten wieder zudem Verlorenen helfen wolle. Natürlich wurde er stets geheimgehalten und so betrachteten die Evangelischen diesenDruckli-bund" immer mit Argwohn.

3. Das Unternehmen des Majors Davel 1723.

In der Waadt waren seit der Verschwörung des JsbrandDaux keine Unruhen mehr vorgefallen. An Stoff zur Unzufrie-denheit fehlte es trotzdem nicht. Den Städten hatten die Erobererdas frühere Versammlungsrecht so gut als genommen, der Adelsah sich zurückgesetzt, ungetreue Beamte hatten sich und der Re-gierung Haß zugezogen, die freie religiöse Meinung war beschränkt,die Gebrechen, an denen der bernische Staat litt, machten sichauch in der Waadt fühlbar. Solches alles bot den Grund zueinem Versuche, die Waadt von Bern zu lösen. Abraham Davelvon Cully, der sich als Major im zweiten Vilm^rkrieg ausge-zeichnet hatte, glaubte sich berufen, sein Heimathland zu befreien.Er war ein Mann von ernstem freundlichem Charakter, der zu