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Schwärmerei und wie mehrere Glieder seiner Familie zu Schwer-muth neigte.
Zur Osterzeit des Jahres 1723 , als alle Landvögte derWahlen halber sich in Bern befanden, versammelte er sein Regi-ment, als ob es eine Musterung gelte, und rückte mit ihm am31 . März in Lausanne ein. Angst erfüllte die Bewohner, die nichtwußten was geschehen sei, und eilig versammelte sich der Rath.Auch Davel gieng zum Rathhaus. Zweien seiner Bekannten, demSecketmeister Milot und dem Controleur de Crousaz, die erbesonders sprach, theilte er sein Vorhaben mit. Verwundert ver-nahmen sie, er sei zu ihrer Befreiung gekommen. Den Bernernsollte ein Manifest, das er verfaßt hatte, das Ende ihrer Herr-schaft über die Waadt ankündigen. Die beiden Räthe giengen indie Versammlung zurück und verpflichteten diese eidlich zur Treuegegen Bern und zur Verschwiegenheit; erst dann machten sie vondem Gehörten Mittheilung, die Davel noch ergänzte. Aber derRath von Lausanne war weit entfernt, seinem Landsmann zu !helfen, er beschloß vielmehr das Gegentheil. !
Milizen wurden einberufen, Davels Truppen zerstreut ein- ^
quartiert, er selbst scheinbar freundlich unterhalten. Einem Bericht, !
den man am gleichen Tage nach Bern sandte, ließ man alle bei ^
Davel vorgefundenen Papiere folgen. Tags darauf wurde er ^
verhaftet. „Ich sehe Wohl, sagte er, daß ich das Opfer des Unter- !
nehmens bin, aber ohne Nutzen wird es für mein Vaterland >
nicht bleiben." !
Während dessen war die Nachricht nach Bern gekommen, woman im Glauben, es handle sich um eine große Verschwörung, dienöthigen Rüstungen anordnete. Der Ton des Manifestes Davelsdurfte keck scheinen: „Ihr müßt Euch selbst überzeugen, daß Ihrdurch Eure Ungleichheit, Anmaßung und tyrannische Regierungdie Herrschaft der Waadt verwirkt habt, die fortan keine Befehlevon Euch mehr annehmen will. Die Brücke von Murminen sollkünftig Eure Grenze sein, da wir Euch nicht in Eurer Haupt-