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Geneviève, oder, Die Kinder von Port Royal : eine Geschichte aus dem Frankreich vergangener Tage / von D. Alcock ; übersetzt von Elisabeth Klee
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' Erstes Kapitel.

! siebzehnte Jahrhundert hatte bereits mehr als die Hälfte

' seines stnrmbewegtcn, wechselvollen Laufes vollendet. Anfang

i Juni war's; über den Wäldern und Obstgärten, wie über den

grünen Kornfeldern des nördlichen Frankreich sank langsam dieSonne nieder und vergoldete mit ihrem Abschiedsgruß die stilldahinziehenden Wasser der Seine. Unweit der alten Stadt Vernon,s an den blnmennmrandetcn Ufern des Stromes, lag ein überaus

^ lieblicher Landsitz. Dort schlummerte im Schoße der klaren, von

rosigen Tinten durchleuchteten Flut, ein kleines, mit üppigem,smaragdgrünem Rasen und einer Menge feiner, rötlicher Wald-^. blnmcn überdecktes Eiland. In seinem Schatten zog ein zierliches

! Boot gemächlich seine Gleise stromabwärts; die beiden Insassen

! desselben waren die einzig sichtbaren Wesen ringsumher. Sie

^ gehörten beide noch mehr oder minder dem Kindesalter an; der

^ ritterliche, schmucke, sonnengebräunte Knabe von 1516 Jahren,

t wie das etwa drei Jahre weniger zählende Mädchen, das bereits

eine ungewöhnliche Schönheit zu werden verhieß. Sie hatte densi beschattenden Hut abgeworfen, so daß ihr volles, prächtiges Gold-

/ haar frei dahinflattcrtc, und, sich über des Bootes Rand lehnend

und die schlanken Finger in der kühlen Flut spielen lassend, blicktesie halb scheu, halb forschend zu ihrem Geführten hinüber, wobei1 sich die tiefen Beilchenaugen mit Thränen füllten.

Du magst sagen, was Du willst, Eduard," begann sie,ichweiß doch, wie's steht! Du bist durchaus nicht betrübt, fortzukommen,sondern freust Dich!"

Beides ist wahr, ich freue mich und bin auch betrübt," gestand^ offen der Knabe.Wenn ich an Paris und an all seine Herrlichkeit

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