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Geneviève, oder, Die Kinder von Port Royal : eine Geschichte aus dem Frankreich vergangener Tage / von D. Alcock ; übersetzt von Elisabeth Klee
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dieser beiden, Deines Bntcrs nnd das des Vaters Eduards, engverbunden war. In jenen Tagen ihrer feurig aufwallendenJugend, wenn sie miteinander auf der Terrasse des alten SchlossesDeines Großvaters auf- und niederschritten nnd die verborgenstenGedanken nnd Pläne ihrer Herzen miteinander austauschten, bisdie Sterne zu erbleichen begannen nnd die Morgenröte aufdämmerte,da, glaube ich, träumten die beiden von nichts Geringerem, als daßsie der ganzen Erde Angesicht umwandeln wollten."

Hast Du sie denn schon damals gekannt, liebe Mutter?"

O nein, Liebchen, damals war ich noch ein Kind, das inder Klvsterschnle von Port Royal des Champs erzogen wurde.Habe gar bittere Thränen vergossen, als ich eines Tags vonmeinen Eltern heimbeordert wurde, um dem Sohne des reichenPächtcrvberherrn vermählt zu werden. Doch Dein Vater hat miroft von jener Zeit, ehe wir uns kannten, erzählt, und Herr vonSerconrt sprach gleichfalls davon, kurz vor seinem Ende. Dukannst Dir's wohl leicht vorstellen, daß für einen jungen Mannvon so hochfliegendcn Träumen und Plänen das Einsammeln derSalzsteuer gerade nichts sehr Sympathisches war."

Das sollt' ich meinen!" rief Genevwve ganz erregt, fastunwillig aus.Ich weiß Bescheid von dieser Steuer, nnd wiedem armen Konsin von Margot, dem alten Jacques Benoit seinHäuschen niedergerissen ward, damit man von dem Bauholz dasihm zufallende Steuertest bezahlen könne. O Mutter, das ist eineschreckliche Steuer!"

Du darfst Dir aber nichts so Kindisches einbilden, als obetwa der Pachtherr selbst, Dein Großvater also, die Hütten derarmen Leute niedergerissen und ihnen die Betten unter dem Leibeweggezogen hätte, damit sie davon die Steuer zahlten. Das lassensie ihre Agenten, oder die diesen Untergebenen, oder noch wahr-scheinlicher die wieder diesen Unterstellten thun."

Aber ist das nicht in Gottes Augen ganz gleich?"

So hat eben Dein Vater auch gedacht, und dieser Gedankehat ihm schließlich all sein Vermögen gekostet. Ohne diesenGedanken wäre diese arme Ruine ein Palast und Du einegroße Erbin."