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Geneviève, oder, Die Kinder von Port Royal : eine Geschichte aus dem Frankreich vergangener Tage / von D. Alcock ; übersetzt von Elisabeth Klee
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er sein eigner Herr, da seine Eltern beide tot waren; daher setzteer sein sämtliches Vermögen anfs Spiel, und das war ganz genug;schließlich ging er mit nach Rochelle, und dort half er den armen,irregeleiteten Bewohnern bei jenem verzweifelten Kampf, davon alleWelt damals voll war."

Aber Mutter, hat er nicht als jüngerer Bruder noch denHerzog von Graffont über sich gehabt, und konnte der ihn, alsHaupt der Familie und guter Katholik, nicht zurückhalten?"

Das war damals keine leichte Sache. Soviel ich weiß, hatDein Vater ihn mit Thränen angefleht, doch nicht nach Rochellezu gehen. Aber mit dem liebenswürdigsten Wesen und dem zärt-lichsten Herzen verband Sercourt einen eisernen Willen. Dazubesaß er, was stets für einen so jungen Mann znr großen Gefahrwird, ein großes, unabhängiges Vermögen, das ihm seine Mutter,als seines Vaters zweite Frau, vermacht hatte. Auch sie wareine feurige Hugenottin."

Warum hat denn nun der arme Eduard nichts mehr vondem Vermögen?"

Weil sein Vater jeden Louis dafür verschleuderte, um Sol-daten als Kanonenfutter auszurüsten, Bollwerke zu erbauen, diedem Grunde gleichgemacht wurden. Der Schluß dieses unglück-lichen Krieges machte Sercourt zum gehetzten Flüchtling, weil ihmder König nicht verzieh; auch war es gerade keine Verbesserungder Verhältnisse, daß er sich, als er noch in Rochelle war, miteiner vornehmen, aber vermögenslosen und durch den Krieg ihrerEltern beraubten Dame vermählte."

Das.ist Eduards Mutter?"

Ja wohl, aber er hat sie nie gekannt, da sie die Mühsaleihres Wanderlebens nicht lauge ertrug. Nach ihrem Tode kamihr Gatte zu uns, ein Mann mit gebrochenem Herzen und mitkeinem andern Besitztum mehr auf Erden, als einem mutterlosenKiudlcin. Wie Du schon weißt, nahm Dein Vater beide an Herzund Herd. Wie ein Bruder hat er sich um den seinem Endeentgegengehenden Freund bemüht und Eduard gleich einem eignenSohne aufgezogen. Doch ich schweife ab von meiner Geschichteund doch im Grunde auch nicht, da das Leben, Glück und Geschick