Viertes Kapitel.
Verschlossene Thüren.
„O der verschlossenen Pforten,Bor denen keine Macht,
Kein Flehn nnd keine BitteJe Eingang uns gebracht!"
adame Mvntsres gehörte zu jenen edelsten unter den Frauenvon französischem Typus, deren würdigstes Gepräge wir inder berühmten Märe Angoligne vertreten finden, unter deren Einflußnnd Unterweisung jene ihre Mädchenzeit zugebracht hatte. Insolcher Obhut und Leitung, im Schatten der geweihten Stätte vonPort Royal aufgewachsen, brachte sie die besten Eigenschaften ihrerHüter zur Geltung, ob sie auch sich nicht ganz von ihren Mängelufrei erhielt. In die natürliche Anlage eines aufrichtigen Herzenswar das Ideal wahren Glaubens und redlicher Gesinnung ein-gesenkt worden, nnd es erhob sich nicht minder hoch und hehr, alsdas ihrer verehrten Lehrer, wodurch diese, die bis dahin treu er-gebenen Anhänger der Kirche Roms, diesem lieber Widerstandentgegenzusetzen gedrängt wurden,, als zuzugeben, daß sich ver-schiedene Vorschlüge, Ansichten und Behauptungen in den Werkender Jansenisten fänden, die sie dort nie zu finden vermocht hatten.Vor allem war sie von Herzen fromm, im Sinne der jansenistischenFrömmigkeit, wohl die beste und lichtvollste, die Rom je in seinemSchoße geduldet hat. Doch war es kaum mehr ein Dulden, seitdie Jansenisten und ihre Verbündeten in Port Royal der Gegen-stand bitterer Verfolgung wurden, in der die zersetzende Feindschaftder Dunkelheit gegen das Licht, der Kirche Roms gegen die Freiheitin Christo Jesu, trotz ihres Sich-Verbergens unter dem dünnen