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Geneviève, oder, Die Kinder von Port Royal : eine Geschichte aus dem Frankreich vergangener Tage / von D. Alcock ; übersetzt von Elisabeth Klee
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Schleier eifriger Orthodoxie, handgreiflich war. DieFünf Sätze"imAugustinns" der Janscnisten, nm derentwillen dermals Männerund Frauen solch heißen Kampf aussuchten, sind für den Leservon heutzutage im allgemeinen nicht mehr von absorbierendemInteresse; vermutlich begnügt er sich damit, zu wissen, daß siemit einigen Abweichungen jene Dogmen betrafen, welche wir ge-wöhnlich, ob es auch nicht ganz korrekt ist, mit dem Namen Calvinsin Verbindung zu bringen pflegen. Während nun aber die theo-logischen Untersuchungen des Flamländer Bischofs (Janscnins) undseiner Anhänger unangesehcn auf unsern Bücherbrettern liegen, bisdichte Staubschichten sich darüber breiten, werden die Berichte vondem Glauben und der Geduld, von dem Ausharren im Leiden, wieeine Möre Angolique und Märe Agnes und die ihnen treu ergebenenSchwestern solches bewiesen, sodann eines Arnauld und St. Chran,Vicolc und de Sacy, Jacqueline Pascal und ihres erlauchtenBruders, dieses edelsten Namens unter allen, die uns aus PortRoyal immer noch entgegentönen, werden diese Berichte, sage ich,befeuchtet bleiben von den Thränen menschlichen Mitgefühls undwertvoll für alle menschliche Sympathie, solange die Erde steht.

Madame Montöres lernte in Port Royal nicht bloß Religion,sielernte Christum". (Eph. 4, 20.) Seine Person und Sein Werkauf Erden, das war in Wahrheit das Zentrum eines Systems,das eine ausfallend geringe Beimischung der Hanptirrtümer Romsauswies. Weder ein Heiliger, noch die Mutter Gottes maßte sichin diesen frommen, gläubigen Seelen Seinen Platz an; und obschonauf gute Werke großes Gewicht gelegt wurde und sie in reichemMaße verrichtet wurden, dennoch war stets das alleinige Sich-getrvsten der Gnade Gottes in Christo Jesu die Sprache des Herzensund der Lippen. Diesen ihren Glauben suchte Madame Montbressowohl auf ihren Gatten, als auf ihr Kind zu übertragen, unddas mit aller Macht ihres Einflusses. Eduard gegenüber sah siesich durch ihren Gatten zum Schweigen genötigt, und das zu ihremgroßen Leidwesen. Es lag ihr das gleich einer schweren Last aufdem Gewissen, und das um so mehr, als sie in ihrer Unkenntnisdes Protestantismus keine Idee hatte, wie sehr viel gemeinsamesTerrain sie beide gefunden Hütten, sie und Eduard, wenn sie sich