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Geneviève, oder, Die Kinder von Port Royal : eine Geschichte aus dem Frankreich vergangener Tage / von D. Alcock ; übersetzt von Elisabeth Klee
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daran kaum zurückzuhalten, daß ihr Daheim niemals, niemals hierauf Erden dem unsren gleichen wird."

Aber weshalb, meine Gcneviäve? Sage das nicht! Sie isteine so treue Gattin und kann auch noch 'mal eine glückliche Mutterwerden; dazu erfüllt sie ihre Pflichten, und aus diesem Wege stillerPflichterfüllung wird stets Frieden folgen."

Das bezweifle ich nicht. Aber dürfen wir nicht für die,welche wir lieben, ebenso Freude wünschen als Frieden, Glückebenso als Segen?"

Gewiß, mein Lieb! Aber für die, die wir lieben, müssenwir ebenso wie für uns selbst Geduld lernen. Ich meine, Duhast sie jetzt für mich gelernt; nun thue es auch für Deine teureFreundin! Auch sie wird eines Tages viel von dem, was ihrjetzt dunkel ist, im Licht erkennen. Dann wird Er selbst also zuihr sprechen:Habe ich Dir nicht gesagt, so Du glauben könntest,so würdest Du die Herrlichkeit Gottes schauen?" Aber hat sieDir nicht ein Geschenk übersandt, Gcnevibve?"

Jawohl, PascalsPcnsäcs"; aber nein, schließlich sehe ich,es ist ja Dein Name, den sie in das so wnndernett gebundeneBüchlein eingeschrieben hat:An Herrn de Sercourt als ein Zeichender aufrichtigen, herzlichen Freundschaft von Charlotte Gouffier dela Fenilladc." Sie pflegte einst zu sagen, daß Du, mein Eduard,in den Geist von Pascals großem Werke einzudringen vermöchtestwie kein andrer, den sie kenne."

Weil ich es nie als ein fertiges Werk, sondern nur als einunschätzbares, obwohl der Form entbehrendes Material zu einemvon ihm leider nicht beendeten Werke ansah. Noch heut bin ichder Meinung, daß diese Fragmente, diese Perlen und Edelsteinevon lauterem, strahlendem Geiste, wie sie eines Meisters Hand unsdarbietet, für die Kirche des Herrn ein wertvollerer Schatz sind,als es das vollständige Werk gewesen wäre. Pascal hat sowohlGottes Herz als das des Menschen gekannt. Stark in der Machtder Heiligkeit, hat er mit seinem Adlerauge die Höhen durchschaut,und, mit der Energie des Genius beflügelt, hat sein durchdringenderBlick die tiefsten Tiefen erforscht. Aber, ob er auch Gottes Herzund das des Menschen gekannt hat, von der Welt hat er wenig

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