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selbst mit einer grossen Cavalleriemasse bequem operiren kann,wesshalb ich Ihnen befehle, letztere ganz mitzunehmen“. Hach dieserAeusserung möchte man annehmen, dass die eigene Anschauungdes Kaisers auch keine sehr genaue gewesen sei, immerhin nähertesie sich der Wirklichkeit mehr, als die grundverkehrte MeinungKorsakofFs. Letzterer hatte indessen wohl schon vor jener BelehrungPauls seinen Irrthum eingesehen und zog nun auch die Cavallerieimd Artillerie heran. Noch weiter zurückgeblieben war das Emi-grantencorps unter dem Prinzen Conde, welches Korsakoff unter-stützen sollte. Letzterer selbst war seinen Trappen vorausgeeilt undhatte am 12. August eine Unterredung mit dem Erzherzog in dessenHauptquartier in Kloten (in der Nähe von Zürich; Sybel schreibtconstant Klotten, wie Häusser Kiedsbach, zwei Beispiele unter vielen,welche wieder einmal beweisen, wie cavaliermässig deutsche Schrift-steller, wenn sie nicht speziell mit schweizerischen Verhältnissenbekannt sind, mit schweizerischen Namen umspringen). Mit einerZurückhaltung, die ihn ehrt, aber vom historischen Standpunkteaus zu beklagen ist, hat der Erzherzog in seinem Werke dieseUnterredung übergangen. Dagegen sind wir von russischer Seite überden Inhalt derselben unterrichtet. Korsakoff konnte damals nochnichts bestimmtes von dem neuen Plane wissen, da derselbe erstEnde Juli vom Wiener Cabinet definitiv angenommen wurde; erhatte nur einige allgemeine Weisungen erhalten, von denen er be-sonders diejenige beherzigte, sich nach den Befehlen SuworofFs undnicht nach denen des Erzherzogs zu richten. Als ihm nun der Erz-herzog mittheilte, dass er die Schweiz verlassen müsse, da war eräusserst bestürzt und wies auf die Unmöglichkeit hin, mit seinerrelativ viel schwäcliern Armee Massena Widerstand leisten zu können.Der Erzherzog suchte ihm begreiflich zu machen, dass die Ablösung
entfernt. Auch die Aunahme einer Verwechslung von altem und neuem Stil würdekein anderes Ergebniss liefern, denn nach einem Tagesbefehl Suworoff’s für den23. Mai sollte Yukassowich an diesem Tage hei Chivasso, in der Nähe von TurinStellung nehmen, Miloradowitsch nach Tricerro (in derselben Gegend) marschiren.(Vgl. Mil. II, p. 45, 70, 400—410). Man muss daher wohl annehmen, dass Schinner,welcher jene Proclamation copirte, sich ein Versehen oder eine Fälschung zu schuldenkommen liess, oder was no ch wahrscheinlicher, dass die Altschweizer diese FälschungVornahmen, um den Math ihrer Anhänger zu beleben. Verdächtig ist auch die deutscheTitulatur der beiden Generale in einem sonst französischen Aufruf an die franzö-sischen Unterwalliser.