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ja nur successive erfolgen und dass desshalb ein Th eil derOesterreicher his zu Derfelden’s Ankunft in der Schweiz bleibenwerde. Am andern Tage wurde das Gespräch fortgesetzt. Der Erz-herzog rieth Korsakoff, sein Corps in die innern Kantone zu führen,aber dieser weigerte sich dessen ganz entschieden und erklärte, bevorer einen bestimmten Entschluss fassen könne, müsse er die Gegendan der Limmat und die kleinen Kantone aus eigener Anschauungkennen lernen. 1 ) Der Erzherzog befand sieh damals in einer überauspeinlichen Lage. Yor wenigen Tagen hatte ihm Graf Dietrichsteinden neuen Plan nach der Thugut’sohen Auffassung entwickelt unddie politischen Vorzüge desselben betont. Karl aber hatte schwereBedenken vom militärischen Standpunkte aus geäussert. Er fürchtetegenau ebenso wie Korsakoff, dieser letztere werde den StreitkräftenMassena’s nicht widerstehen können. Vollends verkehrt war es, dassDietrichstein, in dem Glauben, nur die Stimmung des Wiener Hofeswiederzugehen, verlangte, der Erzherzog solle mit seiner ganzenArmee die Schweiz verlassen. In der That hat der Erzherzog dannin einem Schreiben an den Kaiser um die Erlaubniss, zuerst Hüningenund Beifort belagern, d. h. zunächst mit Hülfe der nahenden RussenMassena besiegen zu dürfen, da dies die unerlässliche Vorbedingungzu jenen Belagerungen war, während Dietrichstein in ganz entgegen-gesetztem Sinne berichtete. Als nun Korsakoff nach Kloten kam,da war der Erzherzog in der eigenthümlichen Lage, ersterm mitRücksicht auf die Absichten seines Hofes Besorgnisse ausreden zumüssen, die er selbst im Grunde theilte. Aber gerade das aufgeregteund ängstliche Gebaliren Korsakoff’s musste ihn andererseits in derUeberzeugung bestärken, dass nicht blos das russische Heer, sondernauch dessen Oberbefehlshaber seiner Aufgabe nicht gewachsen sei.So glaubte er wenigstens, noch bevor er die Schweiz verliess, mitHülfe der Russen einen entscheidenden Streich gegen Massena unter-nehmen zu müssen. Bei Döttingen, unweit der Mündung der Aare,wollte er diese überschreiten, so die Stellung des Feindes über-flügeln und diesen dadurch zum Rückzug nöthigen. Er fragte nunauch Korsakoff am löten an, oh er auf die Mitwirkung der Russen
J ) Dies wesentlich nach Sybel (V 443—444), der aber leider hier keine Quelleangibt. Die Darstellung Miliutin’s, die sich auf russische, mir nicht zugänglicheBerichte stützt, weicht davon etwas ab.
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