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„Dess lacheten wol vil der gottlosen Ryclien; aberdie Armen musstens genug beweinen“, schreibt Müslinin seiner Chronik bei Anlass der ausserordentlichenNot im Jahre 1587. Mit dem Anfang des 17. Jahr-hunderts wurden die Ernten wieder besser; von 1036bis 1652 waren alle Jahre sehr gut, gut oder übermittel, und dennoch sollten gerade die guten dreissigcrund vierziger Jahre iiusserst verhängnisvoll worden.Schon seit 1622 standen die Lebensmittelpreise sehrhoch und fingen erst mit dem Jahr 1645 wieder an,langsam zu sinken. Die Erträge der reichen ErntenHessen sich also äusserst gut verwerten. Es rührt diesnamentlich daher, dass zur Zeit des droissigjübrigenKrieges unsere Nachbarländer der fürchterlichstenVerödung anheim fielen, so dass aus Deutschlandkeine Ausfuhr nach der Schweiz stattfinden konnte,wie dies sonst der Fall war. Im Gegenteil musstenun die Schweiz aushelfen. Dies trieb nun einesteilsdie Preise der eigenen Produkte in die Höhe, andern-teils gab es Gelegenheit zu einem sehr einträglichenZwischenhandel. Nicht nur aus Frankreich, sondernauch aus Italien, über die Alpenpässe, wurden Lebens-mittel eingeführt, um sie dann mit gutem Gewinnwieder zu verkaufen. Da nun diese Situation längere
Zeit anhiclt und fest zu bleiben schien, verursachte
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sie in Verbindung mit der Thatsache, dass sich eineMenge von deutschen Flüchtlingen in der Schweizansiedelte, ein ausserordentliches Steigen der Güter-preise, die eine ungeahnte Höhe erreichten. „Manbezahlte gegenüber früher das Doppelte und Dreifachefür ein Gut und machte (wenigstens scheinbar) immernoch ein gutes Geschäft dabei, auch wenn man dasGeld leihen musste. Dadurch kam mancher ärmereDauer zu einem Gut, aber auch — und dies war