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Rückschlag zur Folge, durch welchen besonders dielandwirtschaftliche Bevölkerung schwer betroffen wurde.Nicht nur hörte der einträgliche Zwischenhandel mitLebensmitteln auf; viel wichtiger war der Umstand,dass der Bauer seine Produkte nicht mehr so gut nb-setzen konnte, wie früher. Die Preise sanken vielmehrso tief, dass der Ertrag nicht mehr zur Bezahlungder schuldigen Zinse hinreichte. Dieses Sinken hatteschon mit dem Jahre 1643 angefangen. Nach heutigemGeldwert kostete der Doppelcentner Korn in Zürich1633 : Fr. 36.20; 1643 : 19.10 — 1634 : 75. 70;1644 : 39. 20 — 1635 : 79; 1645 : 19. 10 —1636 : 88. 90; 1646 : 26. 10 — 1637 : 52. 40;1647 : 19. 10 *). ■— Wenn nun auch die Ernten gutewaren, liess sich doch daraus kaum noch die Ilälftclösen wie in den teuern Kriegsjahren. Unterdessenwar man aber viel anspruchsvoller geworden. DerBauer von Brechershäusern, dessen Chronik hauptsäch-lich die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts behandelt,zählt in einem eigenen Abschnitt die Ursachen auf,warum „die Wyniger Kilchhöri nit mehr so rycli seie“.Er nennt verschiedene Unglücksfälle, weist auf diezunehmende Lehenzerstücklung hin, beklagt, dass„alle rychcn Töchteren die Fremden hingenommenhaben“. Dann ist man aber, wie er erzählt, je längerje mehr von der alten Einfachheit abgekommen undvergeudet das Geld mit kostbaren Hochzeiten, unnützenGastereien etc. „Man gat mehrentheils von Wynswegen gan Burgdorf, etliche noch gan Langenthalund davon haben unsere Väter wenig gewusst; sicsind ehe dafür daheim blieben und haben Weib undKindern Hosen und Schuh geblätzt, oder neu Wässe-
*) Vergleiche die Tabellen im Zürcher Jahrbuch für Gemein-nützigkeit, Jahrgang 1877.