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bresthafte oder ganz alte Personen, welche der Obrig-keit zur Unterstützung empfohlen werden.
„Was die übrigen Ilusarinen in hiegemelten Ge-meinden belanget, die sich mit Arbeit behelfen undvon llus zu ILus wandien mügen, zeiget man an, dassman derselbigen soviel möglich oucli welle ein gebür-liche Rechnung halten, ihnen zustalin und z’besttliun“ etc.
Ganz ausserordentlich gross war die Zahl derBettler und Unterstützten in der Nähe der in Spend-anstalten umgewandelten Klöster, besonders in der Ge-gend von Fraubrunnen und Münchenbuchsee.
1621 betrug z. B. die Zahl der Haushaltungen,an welche in Münchenbuchsee regelmässige Spendenverabreicht wurden, 109, davon entfallen auf das DorfMünchenbuchsoe selbst 31, Seodorf 15, Zuzwyl 8, Land-garbe 7, Zollikofen 7, Dieterswyl 6 etc.
Viele von diesen Familien schickten mehrere Per-sonen, um die Spcnd abzuholen, so dass die Zahl deransässigen regelmässigen Kunden auf 350 angegebenwird.
Dazu kam aber noch die grosse Zahl der einhei-mischen und fremden Landstreicher. Im Jahre 1626beklagt sich der Vogt von Münchenbuchsee, Hans Dick,dass an den Almosen tagen (2—3mal in der Woche)sich über 900 Personen bei ihm melden; dazu kommennoch viele Bettler in der Zwischenzeit, die, wenn sienichts erhalten, übel schelten, fluchen und Drohungenausstossen. Ähnlich sah es auch in den übrigenSpendanstalten aus.
Dass übrigens die Zahl der ansässigen Armenin der Gegend von Münchenbuchsee weit grösser warals diejenige der von der Anstalt aus Unterstützten,beweist der Umstand, dass im Jahre 1628 durch Frei-
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