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Geschichte des Armenwesens im Kanton Bern von der Reformation bis auf die neuere Zeit / im Auftrage der bernischen Armendirektion dargestellt von Karl Geiser
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aargau und Seeland fort. In die übrigen Landesteilewurden andere Abgeordnete geschickt.

Die Verhandlungen dauerten bis Ende Oktober1675.

Überall haben die Gemeinden, wie die Regierungsagt, versprochen,es fürohin an geflissner und be-ständiger Haltung solcher unserer Ordnung keines-wegs mehr ermanglen zu lassen.

Es ist zu bedauern, dass das Aktenmaterial die-ser Verhandlungen nicht mehr vorhanden ist. Wirwürden dadurch ein genaues und interessantes Bildvom Stand der Armut, wie er in unserem Kanton vorzweihundert Jahren war, bekommen. So müssen wiruns mit den wenigen Nachrichten begnügen, die ineinem kurzen Auszug des Herrn Emanuel Gross ent-halten sind. Immerhin finden wir darin einige bemer-kenswerte Einzelheiten.

So erfahren wir z. B., dass in den Gemeinden derKirchhöre Bolligen die Armen teils auf die Häuserund Höfe verteilt, teils durch eine Steuer erhaltenwurden. Dazu wird aber bemerkt, dass die Herren-güter mit keinen Lasten belegt wurden, noch wenigerhaben ihre Besitzer von sich selbst etwas gesteuert.

Das Kirchspiel Walkringen hatte seine Armenauf vier Viertel verteilt, wo sie teils auf den Höfen,teils durch eine Steuer erhalten wurden.

Die Gemeinde Bümpliz, die sehr stark mit Armenbelastet war, erhielt auf ihr Gesuch von der Obrig-keit eine jährliche Beisteuer von 45 Kronen.

Die Kilchhöre Grossaffoltern stellte das Gesuch,ihre Armen gemeinsam mit denjenigen von Ottiswylund Weingarten erhalten zu dürfen, da Affoltern mitdiesen Gemeinden (welche zwar nach Lyss kilchhörigseien) in allen andern Steuern, Anlagen und Be-