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Geschichte des Armenwesens im Kanton Bern von der Reformation bis auf die neuere Zeit / im Auftrage der bernischen Armendirektion dargestellt von Karl Geiser
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50 Mütt Dinkel und 800 tt in Geld, Affen 47 MüttDinkel und Roggen, sowie 600 U in Geld. x )

Reichere Gesellschaften, die zudem nur sehr wenigArme hatten, wie z. B. Mittellöwen, konnten freilichauf solche Zuschüsse verzichten.

Zur Ausgleichung der Last war im Jahre 1692die Anregung gemacht worden, die Armengüter derZünfte zu verschmelzen. Dieser Gedanke, der wahr-scheinlich in einzelnen Kreisen auf grosse Oppositionstiess, wurde aber wieder fallen gelassen.

Die Organisation, wie wir sie hier geschilderthaben, blieb mit einigen Erläuterungen und Zusätzenbis in unser Jahrhundert hinein die Grundlage derArmen- und Yormundscliaftspflege durch die Gesell-schaften der Hauptstadt.

Der Armenpflege waren die Zünfte allerdings nieganz fremd gehliehen, sie hatten ihren Angehörigen zuallen Zeiten Unterstützungen gewährt, seit 1676 ge-schieht dies aber in viel grösserem Massstahe durchgesetzliche Verpflichtung, und wird mit der Zeit ge-radezu die Hauptaufgabe dieser Korporationen.

Die Entwicklung der Gemeinden.

Wir kommen nun zu der Beantwortung der wich-tigen Frage, in welcher Weise die Entwicklung derGemeinden durch die Bettelordnungen beeinflusst wurde.Dabei handelt es sich vor allem um die Landgemeinden:die Städte kommen erst in zweiter Linie in Betracht.

*) Aus den Instruktionen des Almosen-Direktoriums ersehenwir, dass demselben für Unterstützung von bürgerlichen Armeiiund Bildung eines Fonds im Anfang des 18. Jahrhunderts jährlich9001000 Mütt Getreide und 8000 Pfund in Geld zur Verfügungstand.