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Geschichte des Armenwesens im Kanton Bern von der Reformation bis auf die neuere Zeit / im Auftrage der bernischen Armendirektion dargestellt von Karl Geiser
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Die Bevölkerungszunahme ist also in dem Zeitraumvon 17981846 eine viel stärkere als von 18461888.

Nun ist aber in Berücksichtigung zu ziehen, dassin den letzten Jahrzehnten sowohl die Niederlassungin andern Kantonen als auch die Auswanderung nachfremden Ländern ganz ungemein erleichtert wordenist. Die Massenauswanderung beginnt erst zu Anfangder fünfziger Jahre. In der Periode von 1850 56,welche einen Bevölkerungsrückgang von 9172 Personenaufweist, betrug der Überschuss der Geburten über dieTodesfälle 16.180 Der Überschuss der Auswanderungüber die Einwanderung in den Kanton muss somit ca.25,000 Köpfe betragen haben. Im Jahrzehnt 186070betrug der Auswanderungsüberschuss 15,153; 1870 bis80: 28,566; 188088 endlich die ungemein grosseZahl von 44,720.

Wie viele Berner in anderen Schweizerkantonenwohnhaft sind, vermögen wir erst vom Jahre 1850an mit Sicherheit anzugeben. Ihre Zahl betrug da-mals 36,861; im Jahre 1860: 57,173; 1870: 73,444;1880: 94,524.

Nach der Volkszählung von 1888 sind sogar 112,209Berner, beinahe 3mal soviel als 1850, in andernSchweizerkantonen wohnhaft.

Die überseeische Auswanderung, die auch währendder schlimmen Krisis der ßestaurationszeit den Durch-schnitt von 400 Köpfen im Jahr nicht überstieg, nahmbesonders zu Anfang der fünfziger Jahre, durch Staatund Gemeinden begünstigt, in bedeutendem Masse *)zu und dauerte im folgenden Jahrzehnte noch fort.

1869 stieg die Zahl der Auswanderer auf 1265an, um dann zu Anfang der siebziger Jahre wieder

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