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Bureaus erteilt darauf die Antwort: „Gewiss sind wiretwas bequem und gleichgültig geworden und habenuns von der ausländischen Konkurrenz vielfach bedeu-tend überflügeln lassen.“ So sei z. B. das Kunstge-werbe seit 1860 bedeutend zurückgegangen.') Wirwollen zugeben, dass diese Bemerkungen ihre Berech-tigung haben, doch wirkt gewiss ein anderer Faktornoch in höherem Masse mit. Die Berner, die über dasMeer ziehen, und besonders diejenigen, welche sich inanderen Kantonen niederlassen, gehören weitaus zumgrössten Teile der landwirtschaftlichen Bevölkerungan. Namentlich in den Kantonen der Westschweiztrifft man überall Berner Bauern, welche die Lückenausfüllen, die durch den Übergang der einheimischenagrikolen Bevölkerung zur Industrie entstanden sind.Berner Käser trifft man nicht nur in der ganzenSchweiz, sondern weit über die Grenzen unseres Landeshinaus.
Namentlich ist die Bevölkerung des Emmenthalsmit ihrer ungemein starken Yermehrung, ein Menschen-schlag, der vor keiner harten und anstrengenden Arbeitzurückscheut, unter diesen Ausgewanderten zahlreichvertreten. Es ist ja bekannt, dass allein die GemeindenLangnau und Trub über 20,000 Burger zählen, dieauswärts wohnen. Diese Leute haben gewiss nichtohne guten Grund ihre Heimat verlassen; sie sind weg-gezogen, weil der Baum in den Bergen und Thälerndes Emmenthals zu enge geworden, weil hier Über-fluss an Arbeitskräften vorhanden war. Die Landbautreibende Bevölkerung ist eben für ihren Unterhaltauf den Grund und Boden angewiesen, der sich nichtgrösser machen lässt, als er ist. Allerdings lässt sich
0 Diese Thatsache ist durch die Absatzkrisis der oberlän-dischen Schnitzerei zu erklären.