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Nach einer andern Berechnung für das Jahr 1880 x ),hei welcher die Personen ohne Beruf und ohne An-gabe desselben nicht inbegriffen sind, gestaltet sichdas Yerhältnis zwischen Erwerbenden und Nichter-werbenden wie 44.9 : 55.i; relativ am meisten Erwer-bende weist der Jura auf, nämlich 47.4 %, am we-nigsten das Oberland: 43%. Im Emmenthal werden45.3, im Mittelland 44.9, im Oberaargau 43.9 und imSeeland 44.i % Erwerbende gezählt.
Wie viel besser würde aber der Kanton Bern indieser Beziehung dastehen, wenn nicht fortwährendein ganz ausserordentlich grosser Teil der besten Ar-beitskräfte wegziehen würde!
Welches sind denn aber die Ursachen dieses Weg-zuges ?
Gewiss spielen dabei die wirtschaftlichen Zuständeeine Hauptrolle. * 2 ) Die meisten ziehen fort, weil sieglauben, anderswo bessern Yerdienst finden zu können.Dem werden aber die Prägen entgegengehalten, warumwir denn so viele für unsern Lebensbedarf notwendigeArtikel, die im Lande selbst hergestellt werden könnten,aus dem Ausland kommen lassen, und wie es komme, dassdie Ausländer zu alledem noch so zahlreich zu unsziehen und einzelne Erwerbszweige völlig in Beschlagnehmen? 3 ) Der Yorsteher des kantonalen statistischen
r ) Mitt. 1885, II, 137.
T ) Eine treffliche Übersicht über die Ursachen der massen-haften Auswanderung gewährt uns die im Jahre 1883 durch daseidg. Handels- und Landwirtschaftsdepartement veranstaltete En-quete. Eine Anzahl sehr charakteristischer Antworten heroischerBezirks- und Gemeindebehörden sind abgedruckt in den Mitt. desstat. Bureaus, 1883, IV.
3 ) Hierzu möchten wir bemerken, dass die Zahl der Aus-länder im Kanton Bern viel kleiner ist, als gerade in den industri-ellen Kantonen. Im Kanton Bern waren nach der Volkszählungvon 1888 15,024 Fremde, im Kanton Zürich dagegen 33,983,Basel-Stadt 25,210, St. Gallen 18,111.