Band 
I. Band.
Seite
V
JPEG-Download
 

V

der eidgenössischen Geschichte verhinderten/ das Werk zu vollenden/das er auf so herrliche Weise begonnen hatte/ da fand er inGlich und Hottinger zwei Nachfolger/ deren er sich selbst gefreuthaben müßte/ wäre es ihm verstattet gewesen/ Zeuge ihrer Be-strebungen zu fein. Jene Laufbahn der Geschichte des Gesammt-vaterlandes war also bereits auf eine so glänzende Weise betrete«/daß der Verfasser/ wenn er mit Nutzen und Ehren auftretenwollte/ von der Vorsehung selbst auf fein besonderes und näheresVaterland angewiesen schien. Dieser Entschluß war denn um soleichter/ als man es beinahe ein Wunder nennen möchte/ daß diesesbesondere Vaterland/ der eidgenössische Freistaat Bern währendso vieler Jahrhunderte seines blühenden Lebens und seines Ruhmesund selbst über dreißig Jahre nach dem Untergänge seiner frü-hern Gestaltung im Jahre 1798 keinen seiner würdigen Geschicht-schreiber gefunden/ welcher es unternommen hätte/ die Schicksaleeines edeln und kräftigen Gemeinwesens im Geiste seiner Vor-fahren ohne »»zeitige Scheu noch verunstaltende und beleidigendeAnmassung in einfacher Wahrheit zu überliefern.

Hätte auch nicht an sich selbst die Geschichte eines Staaten-bundes/ dessen innere Verbindung in mancher Beziehung sehrlocker war/ und dem deßwegen das Anziehende einer lebendigenEinheit und überall nachzuweisenden Eigenthümlichkeit mangelt/besonders in einem Zeitraume/ wo sein Heldenalter vorüber war/schon mit mancher Schwierigkeit zu kämpfen/ so möchte es sichwohl ohlledem der Mühe lohnen/ die Geschichte des FreistaatsBern als ein eigenes und selbstständiges Ganzes zu behandeln.Denn nicht nur knüpfen sich an die Schicksale desselben fast allewichtigern Ereignisse des gesammten Bundes selbst an/ so daßin dieser Beziehung die bernische Geschichte beinahe völlig an dieStelle einer eidgenössischen tritt/ sondern es zeigte der Freistaat