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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischen Herolds ander Theil, oder, Zuverlässige Beschreibung derer europäisch-christlichen Königreichen, freyen Staaten und Fürstenthümer
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Mencn Kön'

^sr verstehen allhicx durchein Lönigreich / einen solchenStaat/da ein Potentat überverschiedene große Land-schaften/ Lrexße und Zür-stcnthüinee / oder wol garLönigreiche unter LöniglL tirul zu gebietenhat. Und halten vor unnöthig alihier anzuzeigen/ob und was vor ein essentieller unterscheid zwi-schen einem Laxscrthum und einem »nächti-gen Lönigreiche sey ? »nassen vor eine ausge-machte jache zu achten/ daß das Königreich oder8«Ätns kegübi der brunnqveii und Ursprung allervi-gnitäten und der älteste tirul in der welk ist undbleibet ; Wie denn au h viele der RömischenLaxiere m denen alter! Lehn-brieffen und ändernr)iplc>m3tibu5 sich nicht Käysere/ sondern Römi-sche/ auch bloß TeutscheLonige geschrieben/undgemeiniglich das wortLömgl.Majest. Lön-gl.^»nstegel/ Lönigl. Gewalt und Macht ge-braucht haben Wie denn der Ltvlu; des Lchnrechtsdahin eingerichtet und also geführer worden.Her-gegcn obwohl das Wort Imperator und impsriumdenen ienigeu Teutschen Königen / welche von demPabste zu Rom das kegnum, oder die Cköne unddie Lon5scr3t:on empfangen/in denen alten Zeitengegeben werden wollen/ welches auch die Käyserezu ConstaNtin 0 pcl/^icLp!'.oiuz,r>-licbLel und deo,

dein Uarolo xlLZno durch ihre gesändschasften bey-geleget/und er also vor etwas höhers als alle an-dere Könige gehalten worden: So findet mandoch in alten und neuen uhrkunden/ daß denenKönigen in Franckreich/ Spanien und Engel-land der titul Imperator und Imperium eben-mäßig zugeeignet sey/ mT sich also kein formalerunterscheid unter einemKäyser und einemKönige/und unter einem Reiche oder Königreiche befinde/ja der König in Franckreich weit abivlrper undmächtiger in seinem Königreiche regiere / als derKäyser in dem Reiche / und die gelehrtesten leutegezweifelt / ob ein warhaftes Römisches Reichnoch in der welt anzutrestcn / zu gescyweigen obselbiges ein TeurscherKayser besitze/ und ob ihineoeöhalben eine krTrogstiv vor andern zu gönnensey? Dieses aber ist iedennoch nicht zu läugnen /daß von so vielen teculi; her / dem Teutschen Käy-ftrthum vor allen andern Reichen und Königrei-chen eine gewisse Prärogativ und Vorzug würcklichund in der that eingeräumet worden. Wovonan einem andern orte ausführliches AllhierZweyte Haupt-Handlung.

franckreich deßhalbcr allen andern vorgeschcr/dieweil es nicht nur Zweifels frey Ltziger zeit in dergrösten »nacht und reichlhum / und daher folgen-den höchsten couliäer.itiou blühet / und alle Staa-ten in Europa balanciret / sondern auch unserm ge-liebten Vaterland Teutscher nation am nächstengelegen, von der Teutschen vornehmen jugend(als welcher zum besten diese beschreibung rm't an-geschen) am meisten besuchet wird/ auch sonstvon der Lonäicion und Wichtigkeit zu halten / daß/wieeshiebevor allein c^ble gewesen/ der Uni-versal-Monarchie/ wohin Spanien dero Hoheitzu erschwingen getrachtet/ sich mit eineui gewal-tigen Lontrepoiä entgegen zu setzen ; Also dieseCron ihigerzeit allein aufdemwege gehet/welcherzu dergleichen Univerläi-Herrschung übergüntz Eu-

und an begriffder Provintzicn und lande das grö-ste/und puiiret samt Franckreich vor den anderenkvluü, woher alle kriegs-und ftiedens-inüusn-tien auf andere Europäische Staate w«cken/undeiner oder der andern dieser höchsten KöniglichenPatthien sich zu --llocyren pflegen. So hat sel-biges Mich den nechsten platz eingenomiuen/ dieläge und unumgängliche Nachbarschaft habenauch der anlasset / daß das Löniguctch Portu-gal! Spanien alsofsrt än die stite gesetzet/ undGroß - Britannien vorgezogen worden. Wie-wohl in der von Padstfutio n und dessen Ceremo-nien-Meister?sri5 6r3ll>r A. gemachtendocutions-ordnung / vorstehender rang auch al-so beobachtet/ und nach dem Römischen Laxserund RörnischcirLönlge/der Lönig infranck-rcich/dann der m SvanicN/ferner der in Ar- lragonien in povtugall/ in Engelland,der inSicilien Schottland/HuNgarN/Navarren/Lxpern/Böhmen/polen rc. lociret worden.Wir sind der natürlichen linie auf eiste unverfang-

Vortrag beschlossen haben.

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