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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischen Herolds ander Theil, oder, Zuverlässige Beschreibung derer europäisch-christlichen Königreichen, freyen Staaten und Fürstenthümer
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Des Europäischen Herolds zweyte Haupt - Handlung

O

andluna

-rstes WauptMheil:

von

Romgmme

AlUen oder 62l.itl2, Lelto-Lsla-tis, war vorzeiten ein volckreichund gewaltig land/ dessen m-wohrrec eines Ursprungs mitdenen Teutschen find/ undin Italien / Griechenlandund klein Assen Lon^ucfken rrnd Toloniengemachet: weil es sich aber in vermiedene klei-ne Staaten/ unter welchen die Seaon« in ckZm-x-iAne, dieLclui im Hcrtzogthum Burgund/ unddie 8ecjusiü in der krancbs Lomte die bekantestenwaren / zcrtheilete; so war leichtlich zu urthei-len/daß diese Regierungs-art/ wegen entste-hender jslvusie und uneinigreit / nicht lange bau-ten würde. Unter ihnen waren die vruiäes,als ihre kbüoiopki, welche in der Astrologie, 6eo-Lrapkie, und Leomstrie, vorneinlich aber in derStaats-Kunst/ eine grosse wifstnschaffc/ so weitals man damals gekommen/befaffen/dergestalt be-rühmt/ daß sie so wohl in. geistlichen als weltli-chen das völligeLibitrium hatten/ und unerach-tet sie steh keiner bücher gebrauchten/ so /errietensie doch Unterwerken biß 20020 verse auswendig/welches eine erzehlung der lob-sprüche grosser leu-le war / und welche Historie sie per tracktionsrn aufIhre nachkommen fortpflanzten. Einsmahlskam ein Gallier aus Italien zurücke / und brachte-wein nebst einigen angenehmen fruchten mit sich/wodurch seine lands-lcrtte einen solchen apperit be-kamen / daß sie ungefehr 400 jähre vor Christi ge-burt einen zug von mehr als 122222 mann starckinJtalien zu thun beschlossen.Wiewol sie nun unterihrem Heerführer strenno die stadt Rom erober-ten/ und grossen theils verwüsteten/ so wurde dochdas Op-coiium, als sie selbiges belagerten/durchden tapffern RönrerLamillu^ entsetzet/ und dieGallier genöthiget/ den mittelsten theil von Itali-en wiederum zu verlassen/dagegen sie in dem 0-bern theile fuß fasteten/und Meyland/kavüi, 6er-Z-imo, sinnt andern Städten erbaueten. Hier-auf wurde diese gantzegegend63i!i.2Lil3ljssn2ge-neunet/da immittelst das heutige Franckreich mitdenen damahls darzugehörigen Provintzien 62'-lis 'dl-aniaipinu hieß. Jedoch waren sie mit diesenConquesten noch nicht zu frieden/sondern thatenungefehr 102 jähre hernach eine incurllon in Grie-chenland/ brachten Kl. 5670 ptolomg-um Lsi-^u-num, König in Macedomen/ums leben/und streif-ten biß in klein Wen/allwo sie die Landschassr 62-latiam, mit hülffe der Griechen / einnahmen / undselbige L-llo - «v-r-ci^m nenneten. Also war derGallier glücke fast biß auf den höchsten gipffel ge-stiegen; daheroes/nach dem gewöhnlichen lauffder weltlichen dinge/ wiederum abzunehmen be-gunte: Denn nachmahls haben es die Römer/unter dem<üomm2nöc»lulll L-esaris.wiewohl nichtohne schweren biß ins zehende jähr währendenMirdrur krieg eingenommen/und es zur provmtz ge-«nacht. Als aber das Römische Reich die ge-waltige revolution und verfall gelitten/und vonzeit zu zeiten eine Provintz nach der andern abtrün-

Gtaar b»saittnGaUr-«r. taadrs.

nig und fremden Herrschafften/absonderlich be-der nachgefolgten großen migrrMvns Pentium, zutheil wurden/hat auch seine Veränderung da-von empfunden. Die Francken als ein teutschesvolck/ welche ihren nahmen von ihrem Heerführerund Feldherrn kranco behalten / sind schon unterder Regierung der Römischen Käyftre/Vglerü".niund 63!iism, im dritten Scculo nach Christi geburkin diestgegend eingebrochen/und haben vrelcon-gu-ldret/ und hernach das ganhe land behauptet/auch selbiges nach ihrem nahmen Franckeeich ge- NAAnennet. Die Römer behielten anfangs noch den cken bor-strich landes um die i.oire herum. Und ob wohldie alten Gallier nicht gäntzlich ausgetilget/son-dern mit der zeit in eineNation und spräche mit de-nen Francken zusammen vereiniget worden/ ha-ben sie dennoch ihren nahmen endlich verlohren/und denen, überwindern den nahmen und herr-schung bestätigen lassen müssen. -

Nach ksunco regkerete zu ^aximisni und^on^H^^stantini zeiten der6sriLb2uäe5 , und nach ihm- UN-«uifrich.'ker der herrschung der Käysernisni und 6r2tiani der Hertzog ^Lllobaust-z.Demebey l'beoäolii^lgßni zeiten kriamm gefolget; unddieser hat den Hertzog klarcomirum zum 8uccestö-rem gehabt/ welcher seine Waffen weiter fortgefüh-ret und dem Römischen Reiche in 6M2 Lelgicsmehrere Provintzien entrissen. Es käme mit ihmezum vergleich/und muste er dem Käyser »ononoftinenPrintzen den Farnmund/ wayrmundenoder Freymunden zum geißel überlassen. Her-gegen wurde st-lZica Lsliir demKäyserlichen Land-vogt incnäLM2ro zu verwalten übergeben/ wel-cher aber seines abfalls halber von denr Feldherrndes Kaysers i^onorH e.iiiino erschlagen/und demFaramund die Regierung Verlande zu theil wur-de. Wir wollen den Oucä'Llpernonmit demHerrn von kouctict, und wiederum den Jesuitenk. soräan streiten lassen/ ob jemahls ein karsmonäin rsruin N-Itura gewesen ? und ob er in Franckreicheingefallen sey ? Und nach der gemeinen/aber auchnoch unümgestossenen meynung dabey es lassen/daß dieserHerhog zuerst über denRhein gegangenauf erfordern des Römischen Pflegers l.ucu, wel-cher von dem Römischen Landvogt in Galliens,vito,einem beruffenen ehebrecher/großen tore erlit-ten/und die Francken üm hülffe angeruffen. Fa-ramund tractirte die Nation hässlich/schlug ihrebedranger/undgab ihnen mehr anlaß das Römi-sche joch abzuwerffen. Einlnahl war es gewagt/und muste ausgeführet seyn; daher wurden sieraths/ ihn zum Könige zu machen. Weil nun dieräche über den todt ftines vaters Kksrcomin. wel-cher in der Römischen verhasstung in einem schiff-st inTostana todes verfahren/zufamt der begierdezu herrschen die resoluten, die Königliche würdeanzunehmen / beförderte / ließ er geschehen/daßman ihn zum zeichen der Majestät auf einem schiß' .de empor gehoben. Man rühmet viel von ihme/und unter andern hat man ihme des Sa!ischett«murve»erGesiges wveotioaund einführung/krafft dessen AAr,

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