IL
DesEuropäischen Herolds zweyte Haupt-Handlung
mägdlein Johanna d' Arc/ aus der Lotha-ringischen gräntzegebürtig/auff/und giengvor den König/ mit vorgeben/ sie wäre vomHimmel gesandt/ Orleans und das Reich zu be-schützen. Die Politici trieben anfangs ihrenspott damit; die aber/ so an die exempel derJudith und Debora gedachten/faßten ein gutherhe. Os Cullsnt und Lieux, die vornehm-stenGenerals-personen/brachten sie in Orleans/da sie in 2. biß z ausfallen die feinde also an-griff/ daß sie die lange und berühmte belagc-rung zu ihrer grossen confullon und merklichensnimirung derFranhosen aufheben musten.Dasbisher fast erstorbene glück der Nation fieng ansich wieder auffzurichten/und giengen alle dingebesser von statten/ und gewann man bald her-nach das treffen vor patsy: Jnmassen denn auchobgedachte Johanna d'Arc diestadt Rheims er-sberte/und K.Carln vn daselbst unter dem vor-wand göttlichen befehls von neuem krönte.Die-fes mägdlein / insgemein la Pucelle d' Orleansgenannt / wurde zwar / da sie langer im kriegeverharrete / als ihre commillion es verstattet/von den Englischen in einem ausfall aus Com-piegne gefangen/und hernach als eine Zauberinzu Rouen A. 1451 verbrannt. Und meintendie Engellander ihren Staat in Franckreichdurch neue kräffte zu versichern / indem sie denjungen Bönig Henrich nach Paris zur crö-nungkommen liessen/ auch des Herhogs zuBurgund parthie sich durch hinlassung derGraffchafften Brie und Champagne aufeineNA' wenige zeit versicherten; jedennoch halff es ih-mung der nen wenig/ sondern sie musten der zunehmenden^ben mackt Franhöifchen macht weichen/und geschehen las-sen/ daß nicht nur Burgund sich lepgnrte / undmit Franckreich s part« frieden machte/ son-dern auch zumal nach den: tode des Duc deBedfort A. i4Zs die stände hauffenweise an Kö-nig Carln sich ergaben. Engelland war derfache am ende überdrüssig: dessen milih man-gelte es an guten Officierern / der Duc deSommerstt/welcher sie commandirte/ließ ihnenallen muthwillen nach / und clirguttirte gantzFranckreich / auch zugleich die Englische Con6-«lenten. Die Unterthanen sehnten sich nach ih-rer natürlichen Hcrrschafft. Die Schottenmachten Franckreich zu gute eine ckverlion inEngelland/ und kam es numehr dahin / daß Kö-nig Carl durchs schwerdt die Normandie undalle Englische con^ueikcn wieder croberte/ausserden sogenannten schlüssel von Franckreich/Calais/und etliche wenige dabey gelegene Plä-tze. Als nun besagter Sommerset wieder in dieJnsul kam/ entstünde daselbst der fatalestreit zwischen der rothen und weiftenrosen. So denckwürdig ist diese Involuti-on,daß der Bönig/welcher fast an bettel-stab kommen/triumphiretzder andere aber/welcher eine weile sein Reich besessen / ge-räth ins gefangniß/ und muß seine Croneeinem andern lassen. Franckreich gewinnetdas glück nach so vielen öismembrationen nun-mehr wieder mit sich selbst vereiniget zu wer-den. Wiewohl der gloricuse König Carl dochvor seinem ende noch viel ungemach von seinemregiersüchtigen söhne dem Dauphin Lud-wigen ausstehen muste / darüber er in miß-trauen Miethe / und weil er sich vor beybrin-
gung einer Welschen suppe fürchtete / hungerteer sich A.l46i zu todte. Im übrigen ist hierbeynoch zu gedencken/daß/als das damalige Conci-lium zu Basel beschlossen/es solle der Pabst nichtmacht haben die geistlichen stellen bloß alleinnach /einem gefallen zu ersehen / viel wenigerzeitwährenden vacanren die einkünffte zurPäbstl. katnmer zu ziehen/ so nahm K.Carl vilhierdurch anlaß A.14Z8 ein allgemeines gesehezu versassen / welches insgemein 8an<No pmZms-ücg genennet wird / und dessen sich die nachfol-genden Könige zum öfftern uNlner wider diePäbstl. autorität gebrauchet haben. ^
Vorhöchstgedachter König Ludwig Xlist A- Adm-derjenige/welcher/wie die Franhosen reden/die gründ zursouveraineautorität bors äe pngegesetzt/ oderdie Bönigliche gewalt wehrhasst gemachthat; wie unten mit mehrern angezeiget wer-den soll. Die Stande mehreren sich gewaltig/
Und schloffen A. 146s die so genannte Ligue dudien public/ des Vorhabens/die Neue eigenwilli-ge regierung auf den vorigen fuß der Reichs-verfassung zu sehen. Jnmassen denn der jun-ge Heutzog zu Burgund/ Laut der Bühne/ffmt seinenAlliirten deßhalber zu seldezog/und Sch,a»tden König bey Montleheri zur fchlacht nöthig- bey Mvnr-te/deren sieg deßhalber zweiffelhafft / weil sichln,,beede theile damit fiattirtett. Der König such-te den fuchsbalg Herfür/ schmierte dem volck dasmaul mit grossen verheissungen/trennete die ka-«^ion durch listige Intrigue;, seinem mächtigstenfeinde/besagtem Herhoge/hehte er Teutschlandund die Schweiher an hals / und entledigte sichseiner endlich durch die fchlacht bey Nancy A.i477/da besagter Hertz og erschlagen wurde-Die Engelländer suchten zwar in diesemtrüben Wasser wiederum zu fischen / und fiel Bö-nig Eduard IV mit einer grossen armee inFranckreich ; König Ludwig aber überwanddie Mnistros und Generalen durch gescbencke/und schickte sie wieder in ihre Jnsul zurücke. Alsauch Ery - Heryog Maximilian die reichePrincesiin Maria aus Burgund zur brautüberkommen / und dem Franhöifchen Printzendiesen fetten bissen aus den zähnen gerückt hatte/konte es K.Ludwig Xi so übel vertragen / daß erdie waffen wider den Ertz-Herhog ergriff; ie-dennoch aber von demselben A. 1478 bey Tero-anne geschlagen wurde/ und von den Nieder-landen nichts mehr davon trug / als die Graf-schafft Artois. Seine letzte zeit über ließ er ausfurcht vor dem tode sich auf dem schlösse Bles-sis bey Tours meinen eisernen kefig Messen/damit niemand nahe zu ihm kommen möchte/fieng auch sonst viel lächerlich zeug an/konte sichaber dadurch die verlangte lebens-verlängcrungdoch nicht zu wege bringen / und starb A i48z/nachdem er der welt gezeigct hatte/ daß er dieverstellungs-kunst vollkommen erlernet/worbcyer dann eine so genaue menage gehalten/ daßselbige besser ein geitz/als eine sparsamkeit/ zunennen ist; inmassen er wegen seiner äillimula-tions- geschicklichkeit auch von vielen scribenten1lberw8 6Mcur tituilret wird. Im übrigenhat er 21.1469 den Ritter-Orden 8. Kiicb-ieli! ge-stifftet/angcsehcn er dieftn Erh-Engel in grossenehren hielte/weil derselbe die obgedachte Pucel-led'Orleans zu Verrichtung ihrer Helden-tha-ten ausgerüstet haben solle.
Sein