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Des Europäischen Herolds zweyte Haupt-Handlung
schildes angefügten rothen leiste/ zum unter-scheid des Königs und der vorhergehenden undnachfolgenden Königlichen Kinder.
Der Hertzvg Oben erzchlte Printzen und Princeßinnenrurvkhnn- ^un scynd die Fürsten vom geblüte/ in welcheMincrdu würde/ besage eines sonderbaren Vertrags deSans. A. i66r/ der König den alten Hertzog Carlnzu Lotharingen auffgenommen/ und ihmeund seinen luccessoren nach abgang der Bour-bonischen linie die üiccellion bey der Cron ver-sichern lassen / jedoch mit der bedingung/ daßnach seinem absterben sein ganh Hertzogthumder Cron mcorporiret werden solte/ dargegenaber ftine Herren Agnaten/ und nahmentlichder lehtverstorbene Hertzog Carl/ gesprochen/und solches gehindert. Wovon der Ryswi-ckische friede die Masse giebt.
Solchem nach sind der Fürsten vsmgeblü-te zwar nicht viel/ doch ist der abgang des Hau-ses auch nicht so bald zu vermuthen. Zumah-ten nachdem der König/ mittelst sonderbarerWieder iri-§djcte de A.1667 und 167z/ die natürlichen«rnatürli, kinder/ denen ehrlichen lind rechtmaßi,chen kindtt Aen gleich zu achten/ befohlen hat. Ob»r>«.i»rer. (g aber die blosse öiZmtät oder auch auffdie erb-nachfolge bey der Cron gerichtet/ ist mir.verborgen. Des Bönigs ältester natür-Eamcnt licher söhn von Madame Louyse Francoise deraMa». Valiere/ Duchesse de Vaujour/ war HertzogLudwig de Verrnandors/leZitimirter söhnin Franckreich/Grand Admiral zur sce/Chef und Surintendant General der com-merclen und naviZgtionen/ welcher aber beyjungen fahren A. 168z verstorben. Diesechargen/ so 50202 pfund jahr-renten tragen/hat der König seinem natürlichen mit der Ma-dame de Montespan erzeugten jüngsten söhne/Mr. le Comte de Thoulouse/ gegeben. Dieherrschafft Pigny ist seiner fräulein schwesterder Madame Marien Annen Princeffin deConty gegeben worden. Dem ältesten bru-der aber/Louis Auguste de Bourbon/Hat derKönig das Fürstcnthum Dombes souverain ge-macht. Mr. le Prince de Conty hat aus sol-cher erbschafftsooOo pfund reuten bekommen/und der König hat die sparbüchse von s Millio-nen behalten. Die prs-roß-mven und kenn«« . zeichen der Fürsten vom geblüte sind: Diemid wapen wapen von Franckreich/dadurch ein rotherbalcken von der rechten zur lincken gehet.
^ ' Und führen dergleichen die Printzen Conde und
Conty/ die Herhoge von Vendome/ Montpen--sier/und Soissons. Der Hertzog von Ork-ans aber / der von Anfou/Bouges/ Alencon/Eourgogne/Engoulesnie/ und Artois/ habenandere sonderbare merckmahle/als Lambeaux/Bordures/ Croissants/und dergleichen zum un-terschiede der andern. Die andere Fürsten /alsVermandois/führen den balcken zur lin-cken Hand zu. Die Fürsten vom geblütefind gebohrne Räthe des Staats und ge-heimem Raths/ wie auch glieder des Par-laments. Bey des Bönigs Minderjährig-keit gebühret ibnen/ als Cron« erben / dieregierung. Wann die Bönigin gebührenwill/mögen sie in die kammer gehen/undzusehen/damit man nicht ein unrecht kindunterlege. Man kan ste zu keinem duellkusfodern. Siedörffcn denen Connestab-
len nicht/ wie die andern Fürsten / ehre an«thun. Begehen ste ein crimen I-elL relajettsris,machet man chnm zwar den yrocek, jedochohne execution. Daher als Bönig Lud-wig XM offk erinnert worden / seinenHerrn bruder zur verdienten lerbes straffezuziehen/h^rr er stch jederzeit glimpflichentschuldiget: L'ekmonkrers; Es ist meinbruder. Wann ste ausgetreten / stehetihnen die gnade allezeit offen / und habenfünsstjähre zu ihrem leide/ unterdessen ha-ben ihre Häuser gewisse schwartze Wähl-zeichen / zum merckmahl daß ste angekla-get stnd. Sie können von niemand an-ders/als von den Ducs undpairs/gerich--tet werden. Der Bönig ist schuldig / ie.dem jährlich 50000 Lronen kostgeldzu geben. Sie nennen stch gesellen desDöntgs / und wollen keinem/ auch den Cas>dinälen/nicht weichen/bekommen auch vonMarggrafen/ Grafen und Herren das woreMonseigneur/ d. i. gnädiger Herr. Frem-de Abgesandten müssen denen Fürsten undFürstinnen vorn geblüte vistten geben/ undste find anders nicht/ als par civilste/ zurrevistte verbunden. Da man in Italienanderen Herren/ als denen Heryogen vonParma/ Manrua/ vormahls nur Excel-lenz gegeben/ muste man den Fürsten vomgeblüte Altesse geben. Wiewohl auch derHertzog von Longveville/ Chefder Ambassadedes Königs/ zu Münster bey den friedens-tra-ctaten sich hat lassen mit Altesse traüiren/ da erdoch seinen rang in Frauekrerch erst nach denenPrintzen hatte. Die übrigen Fürsten wer*den Princes Etrangers oder fremde genannt/§„^§2»ob sie wohl in Franckreich gebohren sind/ aussen mUrsachen/ weil sie die titul/wapen und nahmen Tranckrcr«.auswärtiger Häuser führen ; von dergleichenart ist das Heryogliche hauß Guise/ welches D«s Her-unter König Frantzen l erst in Franckreich tz»si.h«ußkommen/ sintemal er Anno 1527 Claude Antoi-Ajs^nen/ des Hertzogs von Lotharingen bruder/ sei-ner Heldenthaten halber mit nach Paris ge-nommen und an Antoinetten von Bourbonvermählet/ auch ihn zum Duc de Guise Pairde France und Gouverneur de Bourgogne/ge-macht. Aus dieser ehe sind zween Kardinä-le/ ein Groß-dnor in Franckreich/wie auchdrey verheyrathete printzen erzeugetworden. Der älteste Printz Franciscus hattedie ehre/ Metz wider Bayser Carln V zu be-schützen/ und ihn A.issr zum abzuge zu zwin-gen. Er ward durchverräthcrey A. is6z hin-gerichtet/ und verließ nach sich Hertzog Henri--chen von Guise/ Carln / Heryogen de May-enne/ undLudwigen/ welcher den Kardinals«
Hut erworben. Dessen Herr söhn / HertzogCarl/ war bey denen damaligen Troublen inFranckreich bey denen Ständen in so grosserettlme,daß ihn die Catholischen zum Bönigli«chcn thron erhuben. Dieweil sich aber KönigHenrich >V zur Religion beqvemte/ wurde die-ses rückgängig. Sein enckel Ludwig Io-seph/Hcryog zuGuise/Joycuse und Engou-lcme/ starb A. 1671/ und verließ einen einjäh-rigen Printzen/Frantz Johannem/ Hertzo-gcn zu Guise/ Joycuse undEngouleme/ Pair deFrance/ Printz von Zoinvilie/ GrafvonAlets/
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